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"1 Die Wechselseitigkeit des personellen Einsatzes muß trotz aller notwen-digen Sparmaßnahmen gefördert und ausgebaut werden. Nur so kann echtes Verständnis füreinander und eine klare Sicht für die gemeinsamen Aufgaben gewonnen werden. Auf dieser Grundlage ist dann auch eine fruchtbare Vermitt-lungsarbeit im einen wie im anderen Bereich zu erreichen, so daß in unseren Gemeinden oder in besonders engagierten Freundeskreisen Bereit-schaft zur Förderung notwendiger Aufgaben entsteht.
2 Innerhalb Europas ist über Deutschland und die Schweiz hinaus eine Zusammenarbeit und Vernetzung anzustreben, die die gegenseitigen kirchlichen Aufgaben zwischen Europa und Ostasien fördert. Ent-sprechend ist innerhalb Ostasiens über die bereits bestehenden zwischen-kirchlichen Beziehungen hinaus eine noch um-fassendere Zusammen-arbeit zu verwirklichen. Das ist zumindest als Fernziel stets im Auge zu behalten, auch wenn es nur schrittweise realisiert werden kann. In diesem Sinn muß Mission „inter-national” werden.
3 Internationale Zusam-menarbeit ist nur dort ertragreich, wo die jeweiligen, zum Teil sehr unterschiedlichen Vor-aussetzungen berück-sichtigt werden. Wie die konfessionelle Ökumene nur in der Respektierung der Verschiedenartigkeit möglich ist, so kann auch der missionarische Auftrag nur dort erfüllt werden, wo die jeweiligen kulturellen und religiösen Vorge-gebenheiten wirklich ernst genommen und reflektiert werden, was eine intensive kulturge-schichtliche und religions-geschichtliche Forschungs-arbeit erfordert. Zudem kann nur dort, wo die Perspektive „interkulturell” und „interreligiös” ist, das Evangelium überzeugend verkündigt werden.
4 Die intensive theo-logische Reflexion und Auseinandersetzung ist dabei unerlässlich. Das gilt im besonderen angesichts der aktuellen Herausfor-derungen, die in der Gegenwart auf uns alle zugekommen sind und weiter zukommen werden. Unsere Aufgabe ist, die freimachende Botschaft des Evangeliums zu leben und weiterzugeben. Die christliche Gemeinschaft muß dabei ein klares Profil besitzen. Die theologische Grundlagenarbeit darf daneben nicht vernach-lässigt werden. Theo-logische Verantwortung ist nie einseitig praxis-bezogen, sondern vollzieht sich stets in der Wechsel-beziehung von Reflexion und Ausrichtung auf ein konkretes Ziel. Theologie ist als Vor- und als Nach-arbeit notwendig, muß aber stets auch auf be-stimmte Aufgaben und Projekte bezogen bleiben. Entscheidend ist dafür nicht primär die Gegen-wartssituation, vielmehr die Zukunftsdimension auf der Grundlage der Ver-kündigung Jesu von der anbrechenden und sich vollendenden Gottes-herrschaft sowie der biblischen Botschaft insgesamt. Deshalb kann die christliche Theologie nie lediglich traditions-gebunden und traditions-bezogen sein, sondern hat erneuernde Kräfte freizu-setzen. Wie die Mission muß sie stets in Bewegung sein und nach vorn weisen. Nur so erfüllen beide ihre Aufgabe. Nur so bleiben sie christliche Theologie und christliche Mission im Sinn des Sendungsauftrags Jesu Christi."
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