Professor Dr. Rainer Neu
Wesel









Chronologischer Lebenslauf

18. 7. 1950
geboren in Wesel/Niederrhein
1970-1975 Studium der Ev. Theologie, Soziologie, Philosophie
Promotion am Institut für Soziologie der Universität Heidelberg
1977-1979 Vikariat in einer Großstadtgemeinde in Köln
1979-1981 Pastor im Hilfsdienst am Niederrhein; Ordination
1981-1988 Lehraufträge für Ev. Theologie an der Universität Essen
seit 1982 freier Rundfunkmitarbeiter: religions- und kulturgeschichtliche Sendungen, Kommentare, Buchbesprechungen; Morgenandachten
1983-1988

Dozent an den Volkshochschulen Krefeld und Wesel:
religionswissenschaftliche und theologische Seminare

1984-1988 Stadtrat und Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Wesel
18. 7. 1987 Eheschließung mit der luxemburgischen Künstlerin Marie-Paule Ritz
24.10.1988 Habilitation im Fach Soziologie an der Universität Paderborn
1988-1992 Professor für Religions- und Missionswissenschaft und Kirchengeschichte am Northern Christian College, Laoag, Philippinen
1992-1996 Professor für Religions- und Missionswissenschaft und Kirchengeschichte an der Silliman University in Dumaguete City, Philippinen, sowie Associate Professor der Southeast Asia Graduate School of Theology (Sitz in Singapur)
seit 1996 Lehrauftrag an der Universität Duisburg-Essen für Religionswissenschaft und Kirchengeschichte
seit 1997 Privatdozent für Soziologie an der Universität Paderborn
seit 1997

Dozent an der Volkshochschule Wesel:
religionswissenschaftliche und theologische Kurse

seit 1997

Vorsitzender des Synodalen Ausschusses für Kirchlichen Entwicklungsdienst, Mission und weltweite Ökumene des Kirchenkreises Wesel und Mitglied im Kuratorium des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland - Region Niederrhein

seit 2002

Dozent an der Volkshochschule Geldern:
religionswissenschaftliche Kurse (Reihe „Dialog der Kulturen“)

Nov. 2002 Gründungsmitglied von inter religion(e)s - Forum für religiöse Bildung (Verein im Netzwerk interreligiöser Kooperation e. V.)




Akademische Mitgliedschaften

1. Deutsche Vereinigung für Religionsgeschichte
(Deutscher Zweig der International Association for the History of Religions)

2. Wissenschaftliche Gesellschaft für Theologie.
Fachbereich Religionswissenschaften

3. Deutsche Gesellschaft für Missionswissenschaft





Veröffentlichungen (Auswahl)

Religionssoziologie als kritische Theorie, Frankfurt - Bern 1982

Von der Anarchie zum Staat. Entwicklungsgeschichte Israels vom Nomadentum zur Monarchie im Spiegel der Ethnosoziologie, Neukirchen-Vluyn 1992

Ethnologische Texte zum Alten Testament, Band 1: Vor- und Frühgeschichte Israels, Neukirchen-Vluyn 1989

Ethnologische Texte zum Alten Testament, Band 2: Die Entstehung des Königtums, Neukirchen-Vluyn 1997

Innenansichten Philippinen. Teilnehmende Beobachtungen, Münster 1996

Die lebenden Toten und der tote Gott. Tod und Jenseitsvorstellungen in den Philippinen, Münster 1997

Fachgebietsleiter der Sektion "Ethnische Religionen" des Handbuches der Religionen. Religionen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland, hg. v. M. Klöcker und U. Tworuschka, Landsberg 1997

Verschiedene Artikel in: Lexikon der Soziologischen Werke, hg.v. G. W. Oesterdiekhoff, Wiesbaden 2001

Ethnische Religionen, in: Handbuch der Religionen. Religionen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland, s.o., Kap. XII, S. 1-8, Ergänzungslieferung 2001

Verschiedene Artikel in Religion in Geschichte und Gegenwart, 4. Auflage, Tübingen 1998ff.

Rezensionen in Theologische Literaturzeitung

Die buddhistischen Katechismen in deutscher Sprache, Reihe: Kölner Veröffentlichungen zur Religionsgeschichte, Köln (in Vorbereitung)

Das Mediale. Über den Forschungsgegenstand der Religionswissenschaft
(in Vorbereitung)


A b s t r a c t

Interreligiös - Mission im Dialog

Einleitung

Die Tagebuchaufzeichnungen von Wilfried Spinner belegen, dass Missionsarbeit ein Verstehen und eine positive Auseinandersetzung mit der einheimischen Religion unumgänglich macht. Interesse an fremden Religionen und ein Ansatz zum interreligiösen Dialog gehören von Anfang an zur Arbeit der Missionsgesellschaften.

Historische Lasten aufarbeiten

Auch die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen haben in ihrem Verhältnis zu anderen Religionen historische Lasten aufzuarbeiten. Luther und andere waren nicht frei von der Stimmung vergangener Kreuzzüge, der zu ihrer Zeit aktuellen Türkenkriege und der Polemik gegen das Judentum.

Missio Dei

Es ist unsere christliche Überzeugung, dass wir nicht unsere eigene Mission betreiben, sondern dass die Mission Gottes den Menschen in seinen Kraftbereich, in sein Wirkungsfeld hinein zieht. Alle, die davon betroffen sind, wollen davon Zeugnis ablegen. Mission heißt deshalb, teilhaben und Teilhabe geben an den tiefsten geistlichen Erfahrungen.

Kein Heil außerhalb Gottes

Der altkirchliche Satz "außerhalb der Kirche gibt es kein Heil" ist biblisch unhaltbar. Der Radius der göttlichen Wirksamkeit wird durch Kirchenmauern nicht begrenzt. Gott möchte seinen Geist "über alles Fleisch ausgießen". Biblisch lautet die Losung: Außerhalb Gottes gibt es kein Heil.

Die Bedeutung Christi

Als Christen konkretisieren wir diese Losung zu dem Bekenntnis: außerhalb Christi gibt es kein Heil. Aber auch Christus und die Kirche sind nicht identisch. Christus ist das Leben und das Licht "der Menschen" (Joh 1, 4). Mit der Wirksamkeit seines Geistes ist auch außerhalb der christlichen Welt zu rechnen.

Gottesbegegnung als Gnade

Behauptungen wie "alle glauben an den einen Gott" oder "alle Wege führen zum Gipfel ein und desselben Berges" sind durch die religionsgeschichtliche Analyse kaum zu verifizieren. Der religiös offene und suchende Mensch wie der Religionsforscher machen jedoch die Erfahrung: alle Wege verlieren sich innerhalb eines Gebietes unterhalb des Gipfels. Die Begegnung mit dem Göttlichen bleibt in jeder Religion Gnade und entzieht sich einer methodischen Hinführung.

Die vielfältige Gnade Gottes

Nach Schleiermacher finden sich in jeder Religion dieselben elementaren Bestandteile. Doch jede hat sie anders sortiert und bekommt dadurch ihr eigenes Profil. Aus dieser Perspektive erkennen wir die Unangemessenheit der Frage nach der "Absolutheit" einer Religion. Die Religionen sind Haushalter der vielfältigen Gnade Gottes. Authentischer Dialog öffnet beide Partner für eine tiefere Bekehrung zu Gott, der zu jedem durch den anderen spricht.

Das Proprium evangelischer Mission

Die zentrale Botschaft evangelischer Mission kommt in diesem Dialog nicht zu kurz. Sie lautet: jeder Mensch verdankt sein Leben und sein Heil nicht seinem eigenen Wollen und Können, sondern allein der grundlosen Gnade Gottes. Sie verkündet, dass jeder Versuch einer Selbsterlösung zum Scheitern verurteilt sein wird, doch zugleich wir das Wirken der Gnade Gottes nicht auf einen bestimmten Weg beschränken können.