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Lieber Leser,
liebe Leserin,
bis die Sängerin Marianne Rosenberg ihre Autobiographie veröffentlichte, war vielen unbekannt, dass sie aus einer Sinti-Familie stammt. Es dauert oft lange, bis Angehörige von Minderheiten mit Stolz sagen können, zu welcher Gruppe sie gehören. Viele bemühen sich notgedrungen, ihre Herkunft zu verschleiern, als "normal" durchzugehen, "unsichtbar" zu sein. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen drei Minderheiten vor: die Dalit, die früheren "Unberührbaren" in Indien, die Buraku, eine auf Grund ihrer traditionellen Berufe verachteten Gruppe in Japan, und die Sinti und Roma, früher "Zigeuner" genannt. Den Kampf um ihre eigene Sichtbarkeit haben sie längst begonnen. Sie sind den Weg vom Schmerz über die Ausgrenzung zum Widerstand dagegen gegangen und gehen ihn täglich neu.
Kirche und Mission haben die genannten Minderheiten kaum gezielt angesprochen und als Teil der Kirche akzeptiert. Unsere Beiträge zeigen, dass eher die Angehörigen der Minderheiten selbst aktiv geworden sind: Sie haben sich die befreiende christliche Botschaft von der Würde und dem Angenommensein gerade der Verachteten zu eigen gemacht und von den Kirchen eingeklagt. Lassen Sie sich von dieser Verpflichtung der Kirchen auf ihre ureigene Botschaft und von dem damit verbundenen Engagement inspirieren.
Ihre
Birte Petersen
Redakteurin "darum", EMS, Stuttgart
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