Schuldbekenntnis der Vereinigten Kirche Christi in Japan für ihr Verhalten während des Zweiten Weltkriegs (1967)
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Rev. SUZUKI Masahisa (1912-1969)
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Der 25. Jahrestag der Gründung der Vereinigten Kirche Christi in Japan wurde während ihrer 14. Generalversammlung im Oktober 1966 in Osaka, Japan, begangen. Wir stehen vor der großen Aufgabe, die Vereinigte Kirche weiterzubauen. Um unserer ehrenvollen Verantwortung gegenüber Japan und der Welt nachzukommen, stellen wir das Leben des Kyōdan im Gebet unter das Thema »Unsere Kirche - morgen«.
Wir sind uns noch einmal der Fehler bewußt geworden, die im Namen der Vereinigten Kirche Christi in Japan bei der Begründung des Kyōdan und während der Kriegszeit begangen wurden. Wir erbitten dafür die Barmherzigkeit unseres Herrn und die Vergebung unserer Mitmenschen.
Damals legte die Regierung unseres Landes aufgrund der besonderen Bedürfnisse des Krieges den Zusammenschluss aller religiösen Körperschaften und ihre Zusammenarbeit für den Krieg als nationale Politik nahe.
Seit der Zeit der ersten Verkündigung des Evangeliums zu Beginn der Meiji-Ära planten die japanischen Christen in einer Vereinigung aller Denominationen die Begründung einer einzigen evangelischen Kirche in Japan. Die damaligen Führer der Kirche erreichten diese Einigung der Kirchen mit Hilfe eines Regierungserlasses. So kam es zur Gründung des Kyōdan.
Angesichts dieser Gründung und des Weiterbestehens des Kyōdan glauben wir, daß die Vorsehung Gottes, des Herrn der Geschichte, wirksam war trotz unseres Versagens und unserer Irrtümer. Dafür sind wir dankbar. Gleichzeitig fürchten wir uns und fühlen die Verantwortung. Die Kirche als »das Licht der Welt« und als »das Salz der Erde« hätte sich nicht mit dem Krieg verbinden sollen. Um der Liebe zu unserem Vaterland willen hätten wir im Hören auf das uns Christen geschärfte Gewissen noch viel mehr das Handeln unseres Vaterlandes in der rechten Weise beurteilen müssen. Wir gaben jedoch im Namen der Vereinigten Kirche eine Erklärung im Inland und im Ausland ab, in der wir den Krieg guthießen und unterstützten. Und wir beteten für den Sieg.
Als unser Land Fehler beging, haben wir als Kirche mit ihm gesündigt. Wir vernachlässigten unsere Aufgabe, »Wächter« zu sein. Jetzt bekennen wir diese Sünde mit tiefem Schmerz in unseren Herzen und bitten unseren Herrn um Vergebung, ebenso die Ländern der ganzen Welt, besonders die in Asien, die Kirchen und die Brüder und Schwestern dort, sowie auch unser eigenes Volk.
Mehr als zwanzig Jahre sind seit dem Krieg vergangen. Jetzt befürchten wir, daß unser geliebtes Vaterland in unserer heutigen Welt, die so viele Probleme in sich trägt, noch einmal eine gefährliche Richtung einschlägt. Zu diesem Zeitpunkt erklären wir, daß wir im Blick auf die Zukunft - indem wir um die Hilfe und die Führung des Herrn beten - entschlossen sind, als Kyōdan nicht noch einmal denselben Fehler zu begehen und den Auftrag, den wir für Japan und die Welt haben, richtig auszuführen.
Am Ostersonntag, 26. März 1967
SUZUKI Masahisa,
Moderator, Vereinigte Kirche Christi in Japan
(Quelle: Brennpunkte in Kirche und Theologie Japans, Neukirchener 1988)