Studientagung 2007 - Woltersdorf bei Berlin
Schuldbekenntnis. Friedenszeugnis. Wächteramt: Kirchen in Japan und Deutschland
24. - 27. September 2007

Die Vorträge:

Prof. Dr. HARA Makoto, Doshisha, Kyoto


Das Schuldbekenntnis des Kyōdan (Vereinigte Kirche Christi in Japan)

"... Zweitens haben die Christen in Japan seit der Meiji Ära das Christentum als Grundlage der westlichen Kultur verstanden. Somit wurde das Christentum auch als notwendiges Element des Modernisierungsprozesses in Japan begriffen. Das Christentum, sowohl das protestantische als auch das katholische, stehen damit auch als importierte Religion fest. Die Christen in Japan leben immer in der Spannung zwischen „Japanersein“ und „Christsein“. Drittens wurde die Entscheidung der Niederlage im Zweiten Weltkrieg vom Kaiser selber am 15. August 1945 proklamiert. Deswegen bleibt das Kaisersystem bis heute bestehen. ..." Mehr ,
Frau SUZUKI Reiko, Christliches Friedensnetz, Tokyo


Das Friedensnetzwerk von Christen:
Friedensbemühungen der Christen –
im Japan der fortschreitenden Militarisierung


"... 1999 war das Jahr der großen Veränderungen hin zum Militarismus in Japan. Die Japanisch-Amerikanische Neue Verteidigungsrichtlinie sowie Nationalflagge und -hymne wurden durch das Parlament gesetzlich festgelegt, und der Verfassungsausschuss zwecks Verfassungsänderung eingerichtet. Im Oktober desselben Jahres beschloss der Nationale Christenrat Japans (NCCJ), dem etwas entgegen zu setzen und rief zu einem „Netzwerk von Christen zur Verwirklichung des Friedens“ auf, das überkirchlich sein und sich insbesondere um Friedensangelegenheiten und die Verhinderung der Verfassungsänderung bemühen sollte. Neben den Mitgliedskirchen und –organisationen des NCCJ traten die Römisch- katholische Kirche, die Christliche Kirche Japans , die Reformationskirche und auch der Ausschuss für Gesellschaftsfragen des Bundes Evangelikaler Gemeinden bei. ..." Mehr,
Prof. em. Dr. Martin Stöhr, Bad Vilbel


Schuldbekenntnisse der deutschen Kirche

"... Als die entscheidende Stimme Gottes wird das Pauluswort gehört: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber“ (2.Kor 5,117ff). Was verlangt dieses Wort von der Christenheit in Deutschland? Nichts anderes als „hören, annehmen, tun und ausrichten!“ Es hat eine politische Dimension, die sich auch auf die Beziehung zwischen Feinden und Völkern bezieht und nicht nur auf Gott und das private Individuum. Zu seinen Konsequenzen gehören in der Christusnachfolge Recht und Freiheit. Eine dementsprechende Nachfolge Christi sowie eine Befreiung von der Schuld an Weltkrieg und Völkermord. Nur befreite Menschen können neu anfangen. Tödlich ausgefahrene Geleise sollen nicht noch einmal verführerisch werden. Deswegen müssen klar die Irrwege markiert werden. Die Überlebenden und Nachgeborenen können nicht über alle Opfer und über die Gründe ihres Todes einfach das Gras der Verdrängung und des Vergessens wachsen lassen. Es ging um eine doppelte Befreiung:
(a) Einmal die Befreiung von der Schuld, wie sich die Kirche durch gottlose Bindungen hatte unfrei machen lassen. ... (b) Zum anderen geht es um eine Befreiung zum Dienst in der Welt Gottes. Nur gottlose Bindungen lassen mich schuldhaft den freien, dankbaren Dienst an Gottes Geschöpfen verweigern. ..." Mehr
Prof. Dr. Michael Haspel, Ecang. Akademie, Neudietendorf

Das Friedenszeugnis der Evangelischen Kirche in Deutschland

1. Grundlagen und Begründung des Friedenszeugnisses der evangelischen Kirche in Deutschland
2. Wahrgenommene friedensethische Herausforderungen nach dem Ende der Blockkonfrontation
3. Weitere friedensethische Herausforderungen nach dem Ende der Blockkonfrontation
4. Normative Ansätze
5. Probleme der friedensethischen Debatte
6. Friedensethische Herausforderungen und Perspektiven. Mehr (kommt)

Frau Anneliese Kaminski, Präses a. D., Berlin


Podium:

Friedenszeugnis - ein japanisch-deutscher Dialog




Prof. Dr. Ulrich Dehn, Universität Hamburg, Hamburg/Berlin


Zwei Bibelarbeiten

Sara und Hagar
Genesis 16 (17) und 21

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Lutz Drescher, Evang. Missionswerk in Südwestdeutschland / DOAM


Predigt

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Studientagung 2007



Materialien zur Studientagung und besonders zum Schuldbekenntnis des Kyodan: hier

Zwei Schuldbekenntnisse in Deutschland:
Stuttgarter Erklärung
Darmstädter Wort



Kriegsschuldbekenntnis der Vereinigten Kirche Christi in Japan (Kyodan)

Zur Geschichte des Schuldbekenntnisses des Kyodan 1967

An Ostern 1967 veröffentlichte der damalige Moderator SUZUKI Masahisa im Auftrag des Kirchenrates, das ist die von der Synode gewählte Kirchenleitung, das so genannte Kriegsschuldbekenntnis der Vereinigten Kirche Christi in Japan (Kyodan).

Genau 40 Jahre zuvor, an Ostern 1944, hatte die damalige Kirchenleitung einen Brief an die Kirchen in den eroberten Ländern Asiens geschickt unbd sie darin aufgefordert, für den Sieg Japans zu beten, denn die japanische Kirche (1941 waren die evangelischen Kirchen durch den Staat in eine Einheitskirche gezwungen worden) sei davon überzeugt, dass das der Wille Gottes sei.

In Erinnerung an dieses Schuldbekenntnis vor nunmehr 40 Jahren haben wir im Gespräch mit Vertretern der jap. Kirche versucht, Probleme und Segen eines solchen Bekenntnisses zu erheben - für beide Länder, Deutschland wie Japan.