2012: Rundbrief Weihnachten

diakonia - Rundbrief Dezember 2012

Jahresbericht der diakonia-Schwesternschaft 2012

 

Es ist, als sei es gestern gewesen, dass wir mit ungeduldigem Herzen die erste Kerze des Adventskranzes entzündet haben, und nun stehen wir schon an der Schwelle zum Neuen Jahr. Wir danken Gott, dass wir berichten können, dass Gott unter uns wohnt und die in unseren Herzen eingepflanzte Saat der Liebe, Gerechtigkeit und des Friedens hat wachsen und Frucht bringen lassen.

 

In das “Haus der Spiritualität und des Friedens”, dem Gebets-Retreat Center der Schwesternschaft, kamen das ganze Jahr über ohne Pause Menschen mit geistlichem Durst. Wir haben gesehen, wie sie durch individuelles Gebet, Vorträge und Seelsorge ganzheitlich existentiell verändert wurden und durch den intensiven Umgang mit dem Herrn von der Quelle der Liebe getrunken haben und erfüllt zu ihrem Lebensort zurückgekehrt sind.

 

Im April hat die die Diakonia-Familienkommunität an Karfreitag mit ihrem Kreuzweg auf dem Aunae-Berg einen Passionsgottesdienst als Prozession gefeiert und an das Leiden Jesu gedacht. Alle Teilnehmenden haben auf dem Weg ein Kreuz getragen. Manchmal ist das Leben einsam und schwer, aber weil es der Weg der vom Herrn Erwählten ist, konnten wir ihn gemeinsam mit dem Herrn gehen.


Umso größer war unsere Freude über die Auferstehung des Herrn und durch den Ostergottesdienst konnten wir uns miteinander versöhnen, einander vergeben und durch die Freude verwandelt einender trösten und sogar tanzen.

Am 4. Mai haben wir mit einem Gottesdienst gemeinsam das 32.-jaehrige Bestehen der Diakonia-Schwesternschaft und den 9. Geburtstag der Familienkommunität gefeiert. Ein Musikbeitrag der zur Kommunität gehörenden Familie von Pfarrer Hoon-Young Jeong machte den Gottesdienst noch schöner.

Ende Mai sind wir Schwestern miteinander den Rundwanderweg um die Insel Jeju gepilgert. Während wir diesen Weg, der Meer und Berge harmonisch miteinander verbindet, schweigend und meditierend gingen, konnten wir den in der Natur immanenten Gott noch inniger erfahren. Auch hielten wir auf der Strasse ein öffentliches Gebet für den Frieden der Bevölkerung ab, die wegen der Errichtung eines Marinestützpunktes im Dorf Gangjeong und des Widerstandes dagegen gespalten ist.


Wegen der diesjährigen Dürre im Frühjahr und des außergewöhnlich vielen Regens im Sommer, fiel die Ernte der Süßkartoffeln, unserem Grundnahrungsmittel im Winter, nur sehr schwach aus und die Chiliernte fiel wegen Ungezieferbefall fast völlig aus. Da aber das Gemüse auf den Feldern und Beeten und die Kräuter im Wald zu allen Jahreszeiten gut gewachsen sind, konnten wir uns ausreichend und gesund ernähren. Aus Dankbarkeit für die ausreichende Ernte, von der, auch wenn sie reichlich ist, nichts übrig bleibt, und an der, auch wenn sie knapp ist, kein Mangel besteht, brachten wir einiges von den geernteten Früchten zum Altar und feierten Erntedankfest.

In diesem Jahr gab es in der Schwesternschaft Probleme. Bei einer Gesundheitsvorsorgeuntersuchung wurde bei Schwester Jong-Sook Noh Darmkrebs festgestellt, worauf sie sich einer Operation unterziehen musste und Chemotherapie erhielt. Wir haben gelernt, dass wenn wir in Zeiten von durch Leid und Prüfung in der Schwesternschaft auf einander achten und einander tragen, auch wieder eine Zeit der Heilung und des Segens kommt. Sehr geholfen hat uns das Gebet und die Liebe von Personen, die sich um das Wohl der Kommunität sorgen. Schwester Yoo-Na Jeong, bei der vor 5 Jahren mit Brustkrebs diagnostiziert wurde, hält sich nach wie vor in Jinan in der Provinz Nord-Jeolla auf und erhält dort eine alternative Therapie. Und im Auftrag des Landkreises Jinan hat sie inzwischen begonnen, interkulturelle Familien zu besuchen und zu beraten.

Preisverleihung für Sr. Eun-Suk Han, Leiterin unseres Diakonie- und Sozialzentrums in Mokpo.

Stellvertretend erhielt Sr. Han eine Auszeichnung von der Presbyterianischen Kirche in Kanada, die einmal jährlich Menschen ehrt, die mehr im Verborgenen sich an besonders schwierigen Brennpunkten dieser Erde engagieren. Das Preisgeld in Höhe von US$ 5.000 konnte vollständig unserem Stipendienprogramm fuer minderbemittelte Schueler zugefuehrt werden. Sr. Han konnte den Preis persoenlich in Empfang nehmen im Rahmen der Vollversammlung der kanadischen Kirche.

Der zur Familienkommunität gehörende Pfarrer Ho-Il Song hat im Bergdorf Jupyeong im Landkreis Jinan (Provinz Nord-Jeolla) eine Kirche gebaut und am 19. November im Rahmen eines Festgottesdienst es Einweihung gefeiert. Eine Predigt hielt der ebenfalls zur Kommunität gehörenden Pfarrer Hoon-Young Jeong, Musikvorträge seiner Kinder und auch der Schwesternschaft hallten von den Bergen wider und - so glauben wir - haben Gott wohl erfreut.

Seit Frühjahr 2012 bietet Pfarrer Hoon-Young Jeong jede Woche für die Senioren der Gemeinde einen Gottesdienst an mit gemeinsamem Singen und einem anschließenden schmackhaften Essen an. Im Sonntagsgottesdienst tritt der Seniorenchor dann mit einem Liedvortrag auf. Die Senioren sind begeistert und sagen: “Eine Woche dauert viel zu lang.”

 

Am Heiligabend feierten wir zusammen mit den Kindern der Dan-Bi-Gemeinde und mit den Jugendlichen der Sarang-Gemeinde (Seoul) eine Geburtstagsparty für Jesus. Am Weihnachtstag (1. Feiertag) feierten wir die Geburt Jesu und freuten uns gemeinsam über die im September geborenen Bo-Min, unser Jüngstes Gemeindeglied.

 

Mokpo Diakonia Altenpflegeheim 

 

Zur Zeit haben wir 50 Heimbewohner und –Bewohnerinnen. Sie werden von 25 Pflegekraeften betreut. Das unterschiedliche Programmangebot wird von den Bewohnern und Bewohnerinnen gerne angenommen.

Im August bekamen wir Besuch von Mitgliedern der Europäischen Vereinigung der Shinson Hapkido, die seit 25 Jahren Zweijährlich zu Besuch kommen. Sie sind enge Freunde des Hansan-Dorfes (Sitz der Schwesternschaft in Mokpo). Während des Besuchs wuschen sie den Senioren die Füße, führten einen Basar durc unhd stifteten den Erlös sie für die häusliche Pflege.
Im November begannen die Bauarbeiten am Erweiterungsgebäude für weitere 10 Personen. Es ist schön zu beobachten, wie die Senioren sich im Laufe der Zeit gut bei uns einleben und sich wohlfühlen.

 

Die Stipendiaten, die im Bereich "häusliche Pflege" eine wichtige Rolle spielen, erfüllen uns mit großer Genugtuung. Durch die Stipendien, mit denen wir ihre Schulbildung bis zur Abschlußprüfung (Mittlere Reife oder Abitur) finanzieren, unsere Beratung, Begleitung und Unterstützung wird ihr Selbstwertgefühl wieder hergestellt, und wir beobachten, dass sie langfristige Lebenspläne aufstellen und zu neuem Lebensmut finden. Von 1991 bis 2012 haben wir insgesamt 723 Schüler und Studenten mit unserem Stipendienprogramm unterstützt. Dieses kleine Teilen aus Liebe, das in der Anfangszeit der Schwesternschaft dadurch begonnen hat, dass die Schwestern 1980 einen Teil ihres Einkommens gegeben haben, um für das Kind eines TBC-Patienten das Schulgeld zu bezahlen, ist inzwischen schon über 20 Jahre alt. Auch in diesem Jahr konnten wir  wieder 5 Mittelschüler und 22 Oberschüler unterstützt.


Wir danken allen von Herzen, die sich an unserer Geldsammlung für die Ausbildung und Verbesserung der Lebensqualität von armen Mädchen in Äthiopien beteiligen und uns dabei unterstützen. Schon im vergangenen Jahr berichteten wir, dass wir uns einer Organisation angeschlossen haben, die religionsübergreifend gemeinsam Hilfs- und Foerderprogramme in Äthiopien  unterstützt. Es sind vor allem Programme zum Schutz von äthiopischen Frauen und Mädchen, die vielfältigsten Bedrohungen ausgesetzt sind. Die sogenannte Sam-So-Vereinigung, zu der auch anglikanische Schwestern, katholische Nonnen und buddhistische Nonnen in Korea gehören, ist eine panreligiöse Vereinigung religiöser, kommunitär lebender Frauen. Neben der Geldsammlung für die Projekte und Programme in Äthiopien, treffen sich die Mitglieder der Vereinigung einmal im Monat, um für den Weltfrieden und die Versöhnung der Religionen zu beten.

 

Nach gruendlichen Ueberlegungen haben wir nun aber beschlossen, die mir Ihrer Hilfe bisher durchgeführte, dreijährige Geldsammlung für äthiopische Mädchen und Frauen zu beenden.

Jetzt kehren wir in Demut zurück auf unseren eigentlichen Platz und werden uns auf die Erfüllung unseres eigenen Auftrags hier konzentrieren.

 

Ich komme zurück zur Fülle der Liebe Gottes, die wir durch Gebet und Fürbitte und finanzielle Unterstützung für die uns anvertrauten Menschen so reichlich erfahren haben. Das hat uns zutiefst ermutigt weiterzugehen auf dem Weg in der Gemeinschaft und im Dienst an unseren Nächsten. Indem wir teilen, was wir aus Gottes Fülle täglich empfangen, wird uns Hoffnung, Kraft und Mut erwachsen, auch für die Aufgaben im neuen Jahr.
Der Herr der Liebe, dem wir dienen, geht an unserer Seite auf den Wegen des neuen Jahres.


Zu Neujahr 2013!
Korea diakonia Schwesternschaft Oberin Ree, Young - Sook!

Addresse:
32-35 Byeongcheon 5-Gil, Byeongcheon-Myeon, Dongnam-Gu,
Cheonan-city, Choongchungnam-Do, Korea 330-860.

Bank Konto:
152-22-01251-9(Korea Exchange Bank) Foundation Aunae, Jeong-Ran, Kim
BIC code (also known as Swift code) KOEXKRSE

 

(sprachliche Korrekturen durch Pfrin D. Schweizer)

 

 

 

 

Diakonia

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Haus der Spiritualität und des Friedens | Mutterhaus

KTSI: Forschungsinstitut für eine künftige Kultur

Das KTST wurde im Jahre 1973 in enger Zusammenarbeit zwischen koreanischen Kirchen und theologischen Institionen sowie den deutschen Kirchen gegründet. Prof. Dr. AHN Byung-Mu, der in den 1960er Jahren in Heidelberg studiert hatte, entwickelte die Idee, sein Studienkollege, Prof. Dr. Ferdinand Hahn, unterstützte ihn dabei. So kam die Deutsche Ostasienmission ins Spiel, die das Unternehmen von Anfang an aktiv unterstützte.

1996 wurde auch dieses Institut in die Aunae-Stiftung eingebracht bzw. umgewandelt.
Das KTSI hat in den ersten 30 Jahren die besten biblischen Kommentare der westlichen Welt der Theologie-studierenden Jugend Koreas zur Verfügung gestellt. Das war auch die Zeit der Militärdiktatur, die das Publizieren nicht leicht machte.

Der erste Direktor des KTSI, Prof. Dr. AHN Byung-Mu wurde mehrmals verhaftet, seine Kollegen Prof. MOON Ik-Hwan und Prof. MOON Dong-Hwan ebenso wie auch Prof. SUH Nam-Dong und Prof. LEE Moon-Young. Dazu mehrere angestellte Mitarbeiter des Instituts.

DIAKONIA

Die Diakonia-Schwesternschaft wurde am 1. Mai 1980 gegründet. Sie hat zwei Heimstätten: die soziale Arbeit in Mokpo und die Kommunität und der Gästebetrieb in Chonan.