2006: Rundbrief Januar

Die Diakonia-Schwesternschaft übersandte uns diesen ersten Rundbrief im Jahre 2006. Er gibt Einblick in die gegenwärtige Arbeit.

Rundbrief Januar, 2006

Der Geist des Herrn ist auf mir,
weil er mich gesalbt hat,
zu verkündigen das Evangelium den Armen;
er hat mich gesandt zu predigen den Gefangenen,
dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen,
dass sie frei und ledig sein sollen,
zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.

(Lk 4, 18 f.)

Aus Anlass des 25. Geburtstages unserer Diakonia Schwesternschaft in Korea am 1. Mai 2005 haben wir eine Festschrift und Videokassette mit Fotos aus unserer Geschichte herausgegeben. Nach einem Gedenkgottesdienst und einer Feier im Mutterhaus bei Cheonan, haben wir im Hansan-Dorf bei Mokpo mit Gästen aus dem Ausland und koreanischen ehrenamtlichen Mitarbeitenden verschiedene Gratulationsveranstaltungen und Feste gefeiert.

Es war ein bedeutungsvolles Ereignis, dass Freunde aus dem In- und Ausland, die bis heute fuer uns gebetet, uns unterstützt und mit kontinuierlichem Interesse und treuer Liebe ermuntert haben, und die Familienmitglieder unserer Gemeinschaft gemeinsam an einem Ort versammelt waren.

Zurückblickend auf die vergangenen 25 Jahre gemeinsamen Lebens, haben wir bekannt und dafür gedankt, dass Gott uns geholfen und geführt hat.

Im Juli 2005 haben Schwester Jeong-Ran Kim und Schwester Jong-Sook Noh an der 19. Generalsynode des Diakonischen Weltbundes im englischen Durham teilgenommen, und mit den ca. 500 Delegierten aus 37 Ländern Austausch und Gemeinschaft gepflegt.

Im "Haus der Spiritualität und des Friedens" bei Cheonan, das als Freizeitstätte (retreat house) dient, haben wir private Gäste und Gemeindegruppen und andere Gruppen empfangen, gemeinsam Gottesdienst gefeiert und uns im Gebet geübt. Und das Jahr ueber haben wir Schwestern fuenf mal mit Pfarrern und Gemeindegliedern fünftägige Kurse in stillem Beten durchgeführt.

In Mokpo gab es an dem Ort, an dem wir dienen, eine Veränderung. Wir haben die Arbeit im "Haengbok und Hadang Senioren Wohlfahrtszentrums" in der Stadt Mokpo, wo wir bisher gemeinsam mit der Stadtverwaltung Mokpo alte Menschen, die nur unregelmäßig Nahrung zu sich nehmen, mit einem Mittagessen versorgt haben, und in das alte Frauen zu kulturellen Aktivitäten kamen, beendet. Nach Ablauf der Vertragszeit haben wir keinen neuen Vertrag geschlossen.

Unsere Schwesternschaft hat die seit der Gründungszeit (1980) betriebene Pflegestation fuer TBC-Patienten im Hansan-Dorf umgewidmet und betreibt sie nun als Altenpflegeheim.

Die Senioren, die im Altenpflegeheim leben, sind Personen ohne Familienunterhalt und Personen, die aufgrund altersbedingter Krankheiten wie Alzheimer, Parkinsons, Diabetes, Bluthochdruck, etc. als schwierig zu behandelnde und pflegebedürftige Patienten auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Wir haben das Altenpflegeheim begonnen, weil uns solche Personen direkt aufgesucht haben, eine Person haben wir auf Bitte eines Nachbarn aufgenommen und eine Person wurde uns anvertraut.

Fuer unsere dezentrale Familienwohlfahrtsarbeit hat uns ein Förderer kostenlos ein Zimmer fuer eine alte Frau zur Verfügung gestellt, als er/sie die traurige Nachricht von einer Großmutter hörte, die ihren 12-jaehrigen körperlich und geistig behinderten Enkel und ihre 15-jaehrige Enkelin erzieht, ohne auch nur das Geld zu haben ein einziges winziges Zimmer zu mieten.

Im Rahmen unserer Lebensberatung fuer Schüler mit Alltags- und Schulproblemen haben wir Schülern der Mittel- und Oberstufe, deren weitere schulische Ausbildung wegen Geldmangel gefährdet war, das Schulgeld bezahlt, anderen, die mittags hungerten, weil sie kein Geld fuer das Mittagessen hatten, haben wir die Kosten fuer das Schulessen bezahlt und denen, die nicht in die Schule gingen, weil sie die Busfahrkarte nicht bezahlen konnten, haben wir das Busgeld bezahlt.

Außerdem kümmern wir uns mit großer Sorgfalt um Schüler, die oft die Schule schwänzen, weil sie mit der Schule nicht zurecht kommen, und die deshalb in der Gegend herumstreifen und Probleme verursachen. Wir tun das, damit sie in der Gesellschaft nicht scheitern und keine gesellschaftlichen Außenseiter werden.

Unter den Schülern befindet sich auch ein Schüler der Oberstufe, der ohne Eltern mit der Großmutter (75) lebt. Seit dem 8. Lebensjahr wurden seine Augen immer schlechter. Als wir ihn kennen lernten, stand er in Gefahr, auf beiden Augen zu erblinden. Bis dahin war er aus finanziellen Gründen nicht ein einziges Mal beim Arzt gewesen. Wir haben dafür gesorgt, dass er in den Ferien auf beiden Seiten eine künstliche Kristalllinse eingesetzt bekam. Die Operation verlief erfolgreich, so dass er sein Augenlicht wiedergewann und sich jetzt auf die Universitätsaufnahmeprüfung vorbereitet.

Auf der Seite der Kleinen, mit Hilfe von Förderern, die dem Vorbild Jesu folgend zum Wohle der Nächsten ihre Liebe mit anderen teilen, konnten wir uns so gemeinsam darüber freuen, dass einsame und arme Alte und Menschen ohne ein Dach ueber dem Kopf eine Wohnung erhielten und ein blinder Schüler wieder sehend wurde.

Und es war ein Jahr, in dem wir mit denjenigen, die durch alte Wunden und schmerzliche Erfahrungen gebunden gewesen waren und durch das stille Gebet zu Gott zurückfanden und wieder fröhlich tanzten und sangen, gemeinsam Gott lobten und priesen und dem Herrn fuer seine Gnade dankten.

Wir danken von Herzen denen, die an unsere Schwesternschaft mit Gaben und Gebeten denken, und beten darum, dass Gottes Gnade auch im Neuen Jahr mit Ihnen sein möge!
Ihre
Jeong-Ran Kim
Diakonia Schwesternschaft in Korea

Diakonia

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Haus der Spiritualität und des Friedens | Mutterhaus

KTSI: Forschungsinstitut für eine künftige Kultur

Das KTST wurde im Jahre 1973 in enger Zusammenarbeit zwischen koreanischen Kirchen und theologischen Institionen sowie den deutschen Kirchen gegründet. Prof. Dr. AHN Byung-Mu, der in den 1960er Jahren in Heidelberg studiert hatte, entwickelte die Idee, sein Studienkollege, Prof. Dr. Ferdinand Hahn, unterstützte ihn dabei. So kam die Deutsche Ostasienmission ins Spiel, die das Unternehmen von Anfang an aktiv unterstützte.

1996 wurde auch dieses Institut in die Aunae-Stiftung eingebracht bzw. umgewandelt.
Das KTSI hat in den ersten 30 Jahren die besten biblischen Kommentare der westlichen Welt der Theologie-studierenden Jugend Koreas zur Verfügung gestellt. Das war auch die Zeit der Militärdiktatur, die das Publizieren nicht leicht machte.

Der erste Direktor des KTSI, Prof. Dr. AHN Byung-Mu wurde mehrmals verhaftet, seine Kollegen Prof. MOON Ik-Hwan und Prof. MOON Dong-Hwan ebenso wie auch Prof. SUH Nam-Dong und Prof. LEE Moon-Young. Dazu mehrere angestellte Mitarbeiter des Instituts.

DIAKONIA

Die Diakonia-Schwesternschaft wurde am 1. Mai 1980 gegründet. Sie hat zwei Heimstätten: die soziale Arbeit in Mokpo und die Kommunität und der Gästebetrieb in Chonan.