2005: Ausblick

„Ich freue mich, dass der Besuch deutlich gemacht hat, dass die Partnerschaft auf festen Füssen zu stehen scheint“, so Pröpstin Helga Trösken in der Auswertungsrunde am Samstagvormittag. Zugleich sind aber auch Herausforderungen für künftige Partnerschaftsbesuche benannt worden: die Vertretung von Frauen in den Delegationen aus Korea, eine stärkere Einbindung junger Menschen in die Partnerschaft und die Einbeziehung aller Partnerdekanate der Propstei Rhein-Main in die Besuchsprogramme. So wichtig eine thematische Profilierung künftiger Begegnungen zu sein scheint, so wurde doch gerade auch von den koreanischen Gästen betont, wie wichtig in diesen Begegnungen der Raum für den Aufenthalt in den Gastfamilien und für persönliche Kontakte ist.

Die Wiedervereinigung Koreas, die Erfahrungen im Kontext der Wiedervereinigung Deutschlands und das Schaffen von Begegnungsräumen für Nord- und Südkoreaner, das soll auch künftig die Partnerschaft prägen. „Ich wünsche mir, dass zwischen der Propstei Gwangju, dem KCF in Nordkorea und der Propstei Rhein-Main ein gemeinsames Partnerschaftsprogramm entwickelt werden kann“, so Pfr. KIM, Nam-Ho. Diesen Wunsch haben die Vertreter des KCF aufmerksam gehört. Für sie war es die erste Begegnung auf dieser Ebene. Eine Begegnung „ohne Mauern“, ohne einen offiziösen Rahmen, ohne das bei Internationalen Konsultationen übliche Setting und frei vom Druck eines politisch korrek-ten Abschlussstatements. Solche Begegnungen werden zunehmend wichtiger werden. Ob es so etwas wie eine Einbeziehung des KCF in die Partnerschaft zwischen der EKHN / Propstei Rhein-Main und der PROK / Propstei Gwangju geben kann, bleibt von Seiten der Nordkoreanischen Delegierten offen. „Ich habe diesen Wunsch deutlich gehört. Wir werden darüber nachdenken, ob im Rahmen unserer Beziehungen zur EKD auch eine solche Partnerschaft für uns möglich sein wird“, beantwortete Herr RI, Jong Ro unsere Anfrage.

Unsere koreanischen Partner erwarten darüber hinaus vor allem unsere Solidarität und Unterstützung in ihren Bemühungen um veränderte politische Rahmenbedingungen als Voraussetzung für eine Wiedervereinigung. Dazu gehört für sie auch die Anerkennung der Menschen in Nordkorea als gleichwertige Partner auf der Suche nach Entspannung zwischen den beiden Staaten und in einem möglichen Wiedervereinigungsprozess. Sie erwarten unsere Lobbyarbeit auf politischer und kirchenpolitischer Ebene in Deutschland und Europa und Solidarität auf den Wegen, die sie künftig gehen werden. So plant die PROK für Mai 2006 eine Konsultation mit Vertretern aus ihren Partnerkirchen, in der die Frage nach Frieden und Wiedervereinigung und die Rolle der Partnerkirchen in diesem Prozess im Mittelpunkt stehen sollen.

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ (Psalm 18,30) diese Hoffnung war tragend in den Tagen der Begegnung und sie will Mut machen, sich auch in Zukunft von den vielen Barrieren und Mauern in den Begegnungen zwischen Christen aus Nordkorea, Südkorea und der Bundesrepublik nicht abschrecken zu lassen und das Ziel der friedlichen Wiedervereinigung des geteilten Korea nicht aus den Augen zu verlieren.

Detlev Knoche, im Januar 2006

Partnerschaften

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zwischen Gemeinden

Derzeit gibt es Partnerschaften zwischen einer deutschen Kirchengemeinde und einer Kirchengemeinde in Ostasien u. W. nur eine funktionierende: die zwischen Weingarten/Baden und Jumin-Church in Songnam, Südkorea.

jumin logoJumin-Kirche

regionale Partnerschaften

Unseres Wissens gibt es hiervon im südwestdeutschen Raum drei Partnerschaften:
1. Region Nordbaden, d.i. Heidelberg, Lützelsachsen und Weinheim mit drei Kirchengemeinden in Südkorea
2. Region Pfalz: d.i. die Evang. Kirche der Pfalz unterhält zum Kirchenbezirk Yongdongpo in Seoul enge Beziehungen
3. Region Südhessen: d.i. der Bezirk Süd-Starkenburg unterhält eine Partnerschaft zum Kirchenbezirk Kwangju in Südkorea.