In Memoriam: MOON Dong Hwan

In Memoriam

moondh moon dong hwanMOON Dong-Hwan
* 05.05.1921   + 09.03.2019

 

 

Pfarrer und Professor
 



 

Nachricht von Pfr. Malte Rhinow, Seoul, Korea:

am Samstag (9.3.) verstarb der hoch angesehene presbyterianische Theologe Prof. Dr. Dong-Hwan Moon (1921-2019) im Alter von 98 Jahren.
Er war der juengere Bruder des ebenfalls hoch angesehenen Pfarrers und Alttestamentlers Ik-Hwan Moon (1918-1994).

Er wurde in der Manchurei geboren und studierte nach seinem Schulabschluss 1938 zunächst bis 1945 in Japan Theologie. Ab 1945 setzte er sein Studium an der Joseon Theologcal Seminary (heute Hanshin University) in Seoul fort. Nach der Graduation ging er zum Studium in die USA, wo er an der Hartford Graduate School of Theology in Religionspaedagogik promovierte. 1961 kehrte er nach Korea zurueck und wurde Professor fuer Religionspaedagogik an der Hanshin University und Pfarrer in der Sudo-Gemeinde (PROK) in Seoul, wo er sich begann, fuer die vielen Opfer der Industrialisierung einzusetzen.

1975 wurde ihm auf Druck der Militaerdiktatur Park Chung-Hees die Professur entzogen, woraufhin er im Pfarrerteam der Galileegemeinde der PROK Pfarrdienst tat. Nach der Ermordung Parks erhielt er seine Professur zurück, wurde aber nach kurzer Zeit durch die neue Militärdiktatur unter Chun Doo-Hwan wieder entlassen. Daraufhin emigrierte er in die USA. 1985 kehrte er zurueck und wurde 1988 auf Bitte von Kim Dae-Jung Politiker und Parteivorsitzender der Demokratischen Friedenspartei. 1991 ging er zu Bibelstudien in die USA und kehrte erst 2013 wieder nach Korea zurueck. Er hinterlässt seine amerikanische Frau, zwei Söhne und zwei Toechter.

Wir sind bekannt mit dem Ehemann seiner jüngeren Schwester. Als einer der ersten Trauergäste kam der Ministerpräsident Koreas Lee Nak-Yeon (siehe unteres Foto zweiter Artikel).

Koreanischer Text mit Fotos-1 
Koreansicher Text mit Fotos-2

Anmerkung von Lutz Drescher, Vorsitzer der DOAM:

Sehr lebendig ist in meiner Erinnerung meine erste Begegnung mit ihm Anfang März 1987, da sie auch zu meiner ersten Begegnung mit dem scharfen koreanischen Tränengas geführt hat. Kurz zuvor hatte ein Arzt öffentlich gemacht, dass der Student PARK Jong Chol (박종철) nicht eines natürlichen Todes sondern an den Folgen erlittener Folter gestorben ist. Dieser Tod hat das Fass zum Überlaufen gebracht und war letztlich der Auslöser der immer stärker werdenden Volksbewegung, die dann im Juni 1987 dazu geführt haben, dass der damalige Diktator CHUN Do Hwan den Weg zur Demokratisierung öffnen musste.

Es war der, in der buddhistischen Tradition bedeutende 49. Tag nach dem Foltertod von PARK Jong Chol (박종철) als ich MOON Dong Hwan und seiner damals über 90jährigen Mutter im Gebäude des Nationalen Kirchenrates zum ersten Mal begegnete. Sie haben mich dann eingeladen, mich ihnen bei einem Protestzug gegen diesen Foltertod anzuschließen. Wir zogen, die Nationalhymne singend die Jongnostrasse in Richtung Kwanghwamun hinunter, blieben dabei sogar auf dem Gehweg, als plötzlich die Riot Police in voller Ausrüstung aus dem Nichts auftauchte und ihre Tränengasgranaten auf die friedlich Protestierenden abschoss. Aus dieser Erfahrung, gemeinsam im Gasnebel Tränen zu vergießen ist eine bleibende Verbundenheit entstanden. Wie denken heute an seine trauernden Angehörigen vor allem an seine Frau Fae Moon.

Anmerkung Paul Schneiss

Meine erste Begegnung war Herbst 1975. Ich war gerade von EMS als Mitarbeiter in den kyodan nach Japan entsandt worden, als ich auch svchon den Auftrag bekam, zu den unter dem Regime von Park Chung Hee leidenden koreanischen Freunden zu fliegen. Dort traf ich sie dann alle, die später während der nächsten 9 Jahre meine "Geschäftspartner" waren:  AHN Byung Mu, MOON Ik-Hwan, MOON Dong-Hwan, LEE Mun Young, SUH Nam-Dong, KIM Kwan-Suk, PARK Hyung-Kyu. Die Professoren waren gerade arbeitslos geworden.  Der 1. März 2076 (Samil) zog herauf, die Auseiandersetzung mit der Regierung ging um Menschenrechte, Demokratie und wirtschaftliche Probleme. MOON Dong-Hwan war wohl der jüngste unter ihnen. Sie sahen damals schon ein neues Korea heraufziehen. In diesem kleinen Kreis wurde u.a. die Minjung-Theologie geboren ujnd diskutiert. Und unters Volk getragen, was ikmmer neue Verhaftungen zuf Folkge hatte. Sie waren die Keimzelle eines kreativen Widerstandes für den Frieden. 

 

 

 

 

Geschichte der DOAM

4. Juni 1884 Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins AEPM

1929 Umbenennung in Ostasienmission

Der AEPM benannte sich 1929 offiziell in "Ostasienmission" oder OAM um. Der Titel hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte... Im Jahresbericht von 1911 schreibt Missionar Emil Schroeder zu Kirche und Mission: "Nur die Kirche ist stark, die Mission treibt. Nur dort ist sie wirksam als Macht, wo sie Mission treibt."

1945 Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952 Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972 Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973 Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992 Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2002 Vereinbarung zu enger Zusammenarbeit von SOAM und DOAM

2007/2008 Satzungsänderung

2009 Neugründung der Stiftung "Christian East Asia Mission" in Kyoto, Japan