2020 Fürbitte für unsere Geschwister in Korea

Am 25. Juni 2020 jährt sich der Beginn des Koreakrieges (1950 – 1953) zum 70. Mal. Bis heute markiert er einen äußerst schmerzhaften Einschnitt in die Geschichte des Landes. Als Stellvertreterkrieg im „Kalten Krieg“ geführt, wurde er zu einem „heißen“ Krieg mit über zwei Millionen Todesopfern. Das koreanische Volk lebt seither getrennt in Nord- und Südkorea, in zwei unterschiedlichen Systemen und Staatsformen, und leidet somit immer noch ganz unmittelbar an den Folgen dieser kriegerischen Auseinandersetzung.
Die EKBO hat über das Berliner Missionswerk enge partnerschaftliche Beziehungen zur Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK). Als Zeichen dieser guten Verbindung laden wir Sie ein, in Ihrem Gottesdienst am 22.6.2020 mit Ihrer Fürbitte an unsere Geschwister in Korea zu denken.

Siehe auch das Glaubensbekenntnis weiter unten.



FÜRBITTE FÜR UNSERE GESCHWISTER IN KOREA

Am 25. Juni 2020 jährt sich der Beginn des Koreakrieges (1950 – 1953) zum 70. Mal. Bis heute markiert er einen äußerst schmerzhaften Einschnitt in die Geschichte des Landes. Als Stellvertreterkrieg im „Kalten Krieg“ geführt, wurde er zu einem „heißen“ Krieg mit über zwei Millionen Todesopfern. Das koreanische Volk lebt seither getrennt in Nord- und Südkorea, in zwei unterschiedlichen Systemen und Staatsformen, und leidet somit immer noch ganz unmittelbar an den Folgen dieser kriegerischen Auseinandersetzung.
Die EKBO hat über das Berliner Missionswerk enge partnerschaftliche Beziehungen zur Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK). Als Zeichen dieser guten Verbindung laden wir Sie ein, in Ihrem Gottesdienst am 22.6.2020 mit Ihrer Fürbitte an unsere Geschwister in Korea zu denken.
Die letzte Vollversammlung des ökumenischen Weltkirchenrates führte 2013 unter dem Titel “Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden” erneut in die Republik Korea, nach Busan. Wir nehmen das als Gebetsruf auf und sprechen:

Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden! Du, Herr, weißt, wie weit wir davon entfernt sind, gerecht und in Frieden miteinander zu leben. Die Gegensätze zwischen arm und reich sind größer geworden, nicht nur in Korea, sondern weltweit. Hilf uns, dass wir einander nicht aus dem Blick verlieren, sondern erkennen, dass wir einander brauchen und zusammengehören, über alle Grenzen hinweg.

Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden! Du, Herr, kennst die Konfliktherde dieser Welt. Die großen, die wir tagtäglich in den Schlagzeilen hören und die kleinen, wo Menschen unbemerkt verzweifeln, leiden und ihr Leben lassen. Sei Du bei ihnen, in den dunkelsten Ecken und verlassensten Tälern, und sende Trost und Hilfe. Schau auf unsere Geschwister in Korea, die unter der Trennung ihres Landes und von ihren Familien leiden und lass sie die Hoffnung auf Versöhnung nicht verlieren.

Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden! Du, Herr, siehst, wie viele Gräben sich zwischen uns Menschen aufgetan haben. Neuer und alter Rassismus in unserer Mitte verursacht Leid und Schmerz. Mach uns als Christ*innen empfindsam für erlittenes Unrecht und lass uns in Jesu Namen aufstehen für Frieden und Gleichberechtigung. Lass uns erkennen, wie sich Dein Antlitz in uns allen spiegelt, gleich welcher Hautfarbe und welchen Aussehens. Stärke alle, die sich für Gleichberechtigung einsetzen.

Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden! Du, Herr, hörst, wie schwer es uns fällt, Schuld zu vergeben und Versöhnung zu stiften. Wir bitten Dich für alle, die politisch Verantwortung tragen: gib ihnen Mut, den ersten Schritt zum Frieden zu gehen. Gib allen, die sich für Versöhnung einsetzen, einen langen Atem und ansteckende Hoffnung - über die Grenzen von Generationen hinweg.
Gib unseren Geschwistern in Korea die Kraft, weiter an eine vereinte und versöhnte Zukunft zu glauben. Lass uns nicht vergessen, dass unsere Geschichte miteinander verwoben ist und sie unser Gebet und unsere Erinnerung brauchen. AMEN

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Der Ökumenische Weltkirchenrat hatte bereits in den Achzigerjahren die Kirchen der Welt gebeten, sich für einen Prozess der Versöhnung, des Friedens und der Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel einzusetzen. Auf dem Treffen der Weltversammlung der Christen in Seoul entstand das unten abgedruckte Glaubensbekenntnis, das über die Grenzen von Zeit und Ort gesprochen werden kann.

Bekenntnis der Weltversammlung der Christ*innen in Seoul, Korea

Wir glauben an Gott,
der die Liebe ist,
'und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.
Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Stärke der Waffen,
an die Macht der Unterdrückung.
Wir glauben an Jesus Christus,
der gekommen ist, uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.
Wir glauben nicht, daß Kriege unvermeidlich sind,
daß Friede unerreichbar ist.
Wir glauben an die Gemeinschaft der Heiligen,
die berufen ist, im Dienst aller Menschen zu stehen.
Wir glauben nicht, daß Leiden umsonst sein muß,
daß der Tod das Ende ist,
daß Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.
Wir glauben, daß Gott für die Welt eine Ordnung will,
die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und daß alle Männer und Frauen
gleichberechtigte Menschen sind.
Wir glauben an Gottes Verheißung,
Gerechtigkeit und Frieden
für die ganze Menschheit zu errichten.
Wir glauben an Gottes Verheißung eines neuen Himmels
und einer neuen Erde,
wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.
Wir glauben an die Schönheit des Einfachen,
an die Liebe mit offenen Händen,
an den Frieden auf Erden.
Amen.

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