In Memoriam: Uwe Hollm


+ 14. Dezember 2011 in Berlin

Für die Deutsche Ostasienmission bleibt unvergessen, dass er bei der Gründung des BMW eng mit ihr zusammen gearbeitet hat und sie beim Ausbau ihrer partnerschaftlichen Verbindungen nach Ostasien unterstützt hat.

 NACHRUF

In Memoriam Uwe Hollm

Die Nachricht vom Tode von Propst i. R. Uwe Hollm, dem Mitbegründer des Berliner Missionswerkes kam für viele überraschend. Man wusste von seinen Herzproblemen, die auch 1991 zum vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand geführt haben. Doch wie es um ihn wirklich stand, wussten nur einige Freunde und die Familie.

Die Vertreter der Deutschen Ostasienmission im damaligen Westberlin haben mit ihm intensiv an der Gründung des Berliner Missionswerkes zusammengearbeitet. Das war nicht ganz leicht, standen sich doch die Berliner Mission und der Jerusalemverein auf der einen Seite und die Goßner-Mission, die DOAM und das Landespfarramt für Weltmission zunächst mit unterschiedlichen Konzeptionen gegenüber. Es war Uwe Hollm zu verdanken, dass sich die Positionen annäherten und der Synode ein Missionswerksgesetz zur Verabschiedung vorgelegt werden konnte.

uwehollm1974 wurde er zum ersten Direktor des Werkes berufen; Bischof Dr. Kurt Scharf wurde Vorsitzender des Missionsrates. Seine Stellvertreterin wurde Frau Dr. W. Seeber, die vorher lange Jahre den Beirat für Weltmission geleitet hatte, das Gremium, im dem alle Missionsgesellschaften bis zur Gründung zusammen gearbeitet hatten. Hollm hatte nun die Aufgabe, die kollegial zusammengesetzte Geschäftsstelle zu einem guten Miteinander zu führen.

Da ich ab 1974 die Ostasienarbeit und die Presseabteilung zu leiten hatte, erinnere ich mich mancher Sitzungen am Anfang des Werkes, in denen wir uns an die regionalen Probleme der Überseearbeit besonders in Südafrika und dem Nahen Osten herantasten mussten. Hollm hatte ein gutes Gespür dafür, wenn eine Vorlage zur Verabschiedung noch nicht reif war. Schnell wurden die politischen Fragen in den Missionsgebieten, in denen unsere Partnerkirchen um ihre Eingeständigkeit bangten, auch Fragen für uns. Solidarität war gefordert und musste für Gemeinden und Spender, für Partnerschaftskreise als Information und Fürbitten vorbereitet und ausgearbeitet werden. Vordringlich ging es um die Apartheitsprobleme im südlichen Afrika, die Menschenrechtsverletzungen in der Mekane Jesus Kirchen in Äthiopien mit der Ermordung des Generalsekretärs Gudina Thumsa, für dessen Freilassung sich Hollm besonders eingesetzt hat; es ging um die Menschenrechtsverletzungen in Südkorea und Taiwan zur Zeit ihrer Militärregierungen und die bis heute bestehenden Probleme im Nahen Osten, wenn es um manch Beschränkungen der Schularbeit in Talitha Kumi in der besetzten Westbank bei Beth Jala ging.

Auf vielen Konferenzen und Konsultationen mit unseren Partnern vor Ort oder in Berlin war Hollm präsent und hat das Werk stark in die ökumenischen Beratungen eingebracht. Auf vielen Reisen, auch nach Ostasien machte er sich sachkundig und war ein geschätzter Gesprächspartner und Ratgeber. Nicht zu vergessen waren seine ständigen Impulse, auch die Freunde in der Georgenkirchstraße, dem heutigen Sitz des Missionswerkes, mit den Mitarbeitern des Ökumenisch Missionarischen Zentrums ständig zu besuchen und mit Informationen zu versehen.

Als er 1980 von der Synode zum Propst der EKiBB (Region West) berufen wurde, ist sein Kontakt zum Werk und seinen Partnern nie abgerissen. Wir danken ihm für eine große Aufbauarbeit, die bereits auf Weitblick angelegt war. Die Entwicklung hat er im Ruhestand kritisch, aber wohlwollend begleitet und manche Empfehlungen weitergegeben. Das Missionswerk und seine Freunde sowie die Partner in Übersee erinnern sich dankbar an ihn.

Hartmut Albruschat
Pfarrer i. R.
Vorsitzender der DOAM

(Foro: BMW, anlässlich eines Besuches von Queen Elizabeth in Berlin)


 

 

Evangelische Kirche würdigt den Theologen als zukunftsorientierten Denker

Berlin, 16. Dezember 2011.

Am Mittwoch, dem 14. Dezember 2011, ist der ehemalige Direktor des Missionswerks und Propst in Ruhe, Uwe Hollm, im Alter von 81 Jahren verstorben.

Nach seiner theologischen Ausbildung und der Ordination im Jahre 1958 versah Hollm seinen Dienst zunächst im Amt des Pastors in Tornesch, Schleswig-Holstein. 1966 schloss sich ein Pfarramt in London an. Hollm trat 1969 in den Dienst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg (West). Er wirkte dort zunächst als Generalsekretär der Berliner Missionsgesellschaft, ab 1974 als Direktor des Berliner Missionswerkes. 1980 wurde er für 10 Jahre zum Propst gewählt und trat 1990 vorzeitig in den Ruhestand ein.

Bischof Dr. Markus Dröge würdigte den Theologen als vorausschauenden und zukunftsorientierten Denker: „Propst in Ruhe Hollm war ein führender Kopf im Missionswerk der Landeskirche. In den siebziger Jahren, in einer Zeit, in der Westberlin durch die Mauer isoliert wurde, öffnete Hollm Fenster und Türen in die Welt und machte sich unter anderem für die weltweite Partnerschaftsarbeit der Landeskirche stark.“

Der Direktor der Berliner Missionswerkes, Kirchenrat Roland Herpich, hob besonders den Beitrag Hollms beim Zustandekommen der ökumenisch wegweisenden Meissener Erklärung von 1988 hervor, die die Kirchengemeinschaft der Kirche von England, des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR und der Evangelischen Kirche in Deutschland begründete. Hollm habe sich weiter beim Zustandekommen der Partnerschaften der Landeskirche zu den Diözesen Chichester und London der Kirche von England verdient gemacht.
(Quelle: Homepage der EKBO)
 

 

BMW

Berliner Missionswerk

Auf einen Blick

Das Berliner Missionswerk pflegt u.a. Beziehungen zu Christen und Kirchen in China, Japan, Korea und Taiwan. Mit der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK) wie auch mit der Presbyterianischen Kirche in Taiwan (PCT) bestehen allgemeine Partnerschaftsvereinbarungen, die einem Informations-und Personalaustausch, gegenseitige Besuche und Unterstützung bestimmter Projekte vorsehen. Mit der Vereinigten Kirche Christi in Japan sowie der Kirche Christi in China gibt es keine vertragliche Regelung der Beziehungen, auch wenn diese schon über Jahre vielfältig bestehen. Schon 1882 begann die Berliner Missionsgesellschaft die „China-Mission". Nach der Integration der Deutschen Ostasienmission in das Berliner Missionswerk 1972 wurden die Kontakte nach Japan vertieft, zu Korea und Taiwan neu aufgenommen und nach China, das sich erst 1980 wieder öffnete, allmählich wieder aufgebaut.

 

 

Wichtige Jahreszahlen

4. Juni 1884
Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins in Weimar

1929
Offizielle Umbenennung in Ostasienmission (OAM). Dieser Name hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte...

1945
Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952
Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972
Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973
Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992
Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2007
Letzte Satzungänderung

 

 

 

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