Kyodan: zum Unfall im AKW Fukushima I

Erklärung des Moderators zum Reaktorunfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi

27. März 2012

Hideo ISHIBASHI,
Moderator der Generalversammlung der Vereinigten Christlichen Kirche Japans (Kyodan)

„Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen."
(Psalm 24, Vers 1)

Ein Jahr ist seit dem großen Erdbeben von Nordostjapan vergangen. Konfrontiert mit der schrecklichen Zahl von 15.854 Toten und 3.155 Vermissten (Stand vom 3. März 2011) bitten wir Gott unsern Herrn um sein Erbarmen.

Wir gedenken derer, die seit der Katastrophe in großer Not leben und derer, die wegen der aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi austretenden Radioaktivität unter Zukunftsangst ihren Wohnort verlassen mussten, und bitten den Herrn von Herzen, ihnen Beistand und Trost zu geben.

Der Kyodan hat unmittelbar nach dem Erdbeben begonnen, Rettungs- und Hilfsmaßnahmen für die Opfer der Katastrophe zu leisten und setzt diese Aktivität bis heute fort. Wir danken für die Gebete und die fortwährende Unterstützung nicht nur aus unseren Gemeinden, sondern auch aus zahlreichen Kirchen im Ausland, die dies ermöglichen.

Wir denken auch an die Mühen und den Schmerz all jener, die unter hoher Strahlenbelastung arbeiten, um eine weiteres Entweichen radioaktiver Substanzen aus den beschädigten Atomreaktoren zu verhindern.

Unter den durch das Erdbeben verursachten Schäden muss unsere besondere Aufmerksamkeit auch in Zukunft der radioaktiven Verseuchung und ihrer Ursache, der Atomkraft, gelten.

Bereits am „Heiligen Friedenstag" wies der Kyodan gemeinsam mit der Christlichen Kirche der koreanischen Minderheit in Japan in einer Friedensbotschaft auf die Problematik der Atomkraft hin und forderte „die Abschaltung sämtlicher Atomkraftwerke und die Einleitung von Maßnahmen zu ihrer Stilllegung". (Amtsblatt Kyodan-Shinpo Nr. 4728)

Der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi warnt uns, dass die Atomkraft zum Auslöser einer Krise werden kann, welche die von Gott gesegnete Welt, die Ordnung der göttlichen Schöpfung zerstört, die Bande des Lebens zerreißt und die Menschheit dem Untergang preisgibt.

Japan hat den Abwurf der Atombombe erlebt. Die Bombe bringt nicht nur bei ihrem Einschlag Verwüstung und Entsetzen, sondern verurteilt auch die Überlebenden zur täglichen Angst vor der radioaktiven Strahlung. Wir sind Leidtragende der staatlichen Atompolitik. Durch den Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurden wir zu Opfern nicht nur im militärischen sondern auch im zivilen Sinne. Gleichzeitig aber ist Japan durch die Verseuchung von Atmosphäre und Ozeanen mit großen Mengen radioaktiver Substanzen aus dem havarierten Atomkraftwerk an der Welt zum Täter geworden.

Es ist bekannt, dass wenn durch ein erneutes Beben die Kühlung der 1535 Brennstäbe in Reaktor Nr. 4 des Kraftwerks Fukushima Daiichi ausfiele, Unmengen radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre gelangen und eine Zerstörung anrichten würden, wie die Menschheit sie noch nie erlebt hat.

Während es fünf bis zehn Jahre dauert, bis eine durch Verstrahlung verursachte Krebserkrankung ausbricht, kann die Radioaktivität das Erbgut beschädigen und damit die nächste Generation treffen. Somit ist die von Menschen gemachte Atomkraft als Feind der göttlichen Schöpfungsordnung anzusehen. Als Teile einer Gesellschaft, die der Wirtschaft mehr Bedeutung beimisst als dem Leben, sind wir zur Reue und Umkehr aufgerufen.

Ein Jahr nach dem Erdbeben zeigt der Reaktorunfall weitreichende und immer schwerwiegendere Folgen. Aus diesem Grund verlangen wir die Abschaltung aller Atomkraftwerke zum Zweck ihrer endgültigen Stilllegung und bitten alle Kirchengemeinden des Kyodan, diesen Wunsch in ihre Gebete einzuschließen.

Mit Dank an den Übersetzer: Nikolas Scheuer, BMW

 

福島第一原子力発電所事故に関する議長声明

2012年3月27日

日本基督教団 総会議長 石橋 秀雄

地とそこに満ちるもの、世界とそこに住むものは、主のもの。」(詩編24編1節)

東日本大震災の発生から一年が経過しました。2012年3月11日現在で、死者15,854名、行方不明者3,155名という厳しい現実を前に、主なる神の憐れみを願い求めます。

被災し、今なお大変な困難の中で生活しておられる方たち、福島第一原子力発電所の事故による放射能汚染により、将来の不安を抱える中で、その生活の場から避難することを余儀なくされている方たちを覚え、主の支えと導きを心よりお祈りいたします。

日本基督教団では、震災後直ちに被災者・被災地の救援と支援活動を開始し、今日に至るまでその活動を展開しておりますが、このことのために教団の諸教会のみならず、海外の多くの教会において祈りがなされ、支援が継続されておりますことを感謝いたします。

さらに、原子力発電所事故による放射能の拡散を防ぎ、放射能の被曝の危険の中で懸命に働いておられる方々の努力と痛みを覚えます。

さて、この度の震災による被害の中で、私たちがとりわけ関心を持ち続けて行かなければならないのは放射能汚染の問題であり、その原因となった原子力による発電の問題性です。

すでに昨年の「平和聖日」に在日大韓基督教会と合同で「平和メッセージ」を発表(『教団新報』第4728号)、その中で原子力発電の問題性を指摘し、「全ての原発の稼働を停止し、廃炉を前提とした処置が取られること」を表明しました。

福島第一原子力発電所事故は、原子力発電というものが、神に祝福された世界、神の創造の秩序を破壊し、命あるものの関係を断ち切る人類滅亡の危機の始まりとなりうることを警告しています。日本は被爆国です。原爆の恐怖は投下された時の凄まじい破壊の恐怖にとどまらず、その時助かった方々にも一生放射能の恐怖に怯える生活をもたらしました。わたしたちは国家の原子力政策の被害者でもあります。福島第一原子力発電所の事故による放射能汚染の被害により、軍事のみならず民事においても被害者となりました。しかし、同時に今や日本は原発事故によって大量の放射能を大気に、海に放出し、世界に対する加害者になってしまいました。

新たな地震によって、福島第一原発4号機の1535本の核燃料棒に対する冷却手段を失えば、再臨界を招き、大気中に果てしなく放射能を放出し、かつて人類が経験することのなかった世界の滅亡の始まりとなることが指摘されております。

被曝に由来する癌が発見されるまで5年、10年と長い年月がかかると共に、放射能は遺伝子を破壊し、その影響は次の世代にまで及ぶと言われています。

人間のつくった原子力発電のシステムは、神の創造の秩序の破壊をもたらすものと言わざるを得ません。人間の命よりも経済が優先される社会の中で生きるわたしたちの悔い改めが求められています。

震災から一年が経過し、原子力発電所の事故による影響が極めて広範囲に及んでおり、またその内容も深刻さを増している現在の状況の中で、すべての原子力発電所の稼働を停止し、廃炉を前提とした処置が取られることを求めつつ、教団に属するすべての教会において祈りを合わせていただきたいと願います。

 

Nuke-free Earth

Christian Network for a Nuke-free Earth (seit 2011) cnfe logo 170x110
E-Mail

Japanische Bischofskonferenz

Japan Catholic Council for Justice and Peace

Anmeldung