u_ems2009_netzwerk

Aus der Arbeit des Ev. Missionswerks in Südwestdeutschland

Mit der Gründung des EMS sind alle operativen Aufgaben der DOAM an die beiden Missionswerke zu Stuttgart (EMS) und Berlin (BMW) abgegeben worden. Die DOAM sieht sich darum in der Verantwortung, die Arbeit der Missionswerke in Ostasien und deren Zusammenarbeit mit den dortigen Partnern zu unterstützen.

Vereint gegen Diskriminierung

Die Diskriminierung von Buraku in Japan und von Sinti und Roma in Deutschland funktioniert auf auffallend ähnliche Weise. Dies wurde während der 16. Landestagung des BLC, die vom 7.-9.10. in Aomori im Norden Japans stattfand, sehr deutlich. Ich hatte die Gelegenheit, teilzunehmen, da ich zur Gruppe der deutschen Gäste gehörte.

2025 Japan BLC Tagung Aomori 1

Konkrete Fallgeschichten von diskriminierten Buraku, Sinti und Roma, aber auch ehemaligen Lepra-Patienten (der erste Tag fand in einem ehem. Leprakrankenhaus statt) sowie Überlebenden von Fukushima machten deutlich, dass sonst oft getrennt voneinander betrachtete Formen der Diskriminierung viele Gemeinsamkeiten aufweisen - sowohl hinsichtlich der Art und Weise, wie sie sich äußert und auf die Betroffenen wirkt, als auch hinsichtlich dessen, wie die Menschen sich organisieren und Solidarität und Bündnisse aufbauen, um das tägliche Leben unter diesen Bedingungen zu ermöglichen und die Diskriminierung zu bekämpfen.

Die persönlichen Berichte machten deutlich, dass die Hauptleidensursache die Praxis der Diskriminierung ist. Sie überdeckt noch das Leid an Krankheit und konstituiert es im Fall der Sinti, Roma bzw. Buraku überhaupt erst – eine ethnische Herkunft in Indien bzw. bestimmte Berufe der Vorfahren in Japan sind kein Nachteil, solange nicht durch Diskriminierung ein sozialer Nachteil hergestellt wird. Auch Lepra wird erst durch die Diskriminierung zu dem Ausmaß an Belastung, das sie für die Betroffenen bedeutet(e). Es sind ebenfalls die konkreten Formen der Ausgrenzung, häufig z.B. von Bildung, Wohnungs- und Arbeitsmöglichkeiten, die entsprechende Stereotype „ungebildet“, „prekär“ erst zuschreibbar erscheinen lassen.

Im Kampf gegen Diskriminierung muss es also neben dem Abbau von stereotypen Darstellungen unbedingt um die gesellschaftlichen und institutionellen Faktoren gehen, die es erschweren, dass alle Menschen einander als gleichwertig begegnen. Deshalb ist es sinnvoll, dass die verschiedenen Engagements gegen die unterschiedlichen Formen der Diskriminierung aufgrund von Abstammung, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Sexualität, Fähigkeiten und Gesundheit solidarisch miteinander verbunden sind. Denn sie haben das gemeinsame Ziel, es unverständlich zu machen, einen anderen Menschen als minderwertig anzusehen. Eine solche übergeordnete solidarische Perspektive trat im Austausch auf der Konferenz immer wieder hervor, gerade dadurch, dass sonst oft getrennt voneinander betrachtete Formen von Diskriminierung vergleichend und in Bezug zueinander betrachtet wurden.

IMG 20251014 184343 Drahtzieher und Reina

Die Universalität, jedem anderen als gleichwertig zu begegnen, ging nicht zuletzt auch von der Musik aus, die es zwischen den Beiträgen immer wieder ermöglichte, Gehörtes zu verarbeiten und in Bewegung zu setzen. Wie ein Mitglied der Band „Die Drahtzieher“ es ausdrückte: „Vielleicht können wir Musik als eine weitere Möglichkeit betrachten, Diskriminierung abzubauen – auf einer stärker emotionalen und körperlichen Ebene.“

Hanna Hoffmann-Richter


knoche blog 170x61ak japan logo bs 170jpg

281antinuketrostfrauen

EMS

Wichtige Jahreszahlen

1884
Gründung des Allgemeinen Evangelisch-protestantischen Missionsvereins, später Ostasienmission AEPM

1952
Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972
Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973
Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992
Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2007
Letzte Satzungänderung

2012
Die neue Satzung der Ev. Mission in Solidarität (neuer Name!) tritt in Kraft.
Alle Mitglieder sind stimmberechtigt.


Vollversammlung  7.-10. Nov. 2012 in Herrenberg


Die Synode 2009-2014
Präsident: Oberkirchenrat Walter Schneider (Darmstadt)
Stellvertreter: Pfrin Bärbel Schäfer (Karlsruhe) und Frau Margret Maier (Stuttgart)

Der Mission Council 2009-2014
(internationale Zusammensetzung)
Vorsitz: Pfarrer Eberhard Will (Kassel)
Stellvertreter: Pfrin Marianne Wagner (Landau) und Dr. Habib Badr (Beirut)


 

 ulrikeschmidthesse 145

Alle neuen Beiträge