Der Freundeskreis der DOAM

Die Ostasienmission war von Anfang an in Zweigvereinen organisiert. Diese hatten meist ihre eigene Satzung und Struktur. Einer der stärksten Landesverbände war der schlesische Zweigverband. Nach 1945 waren insbesondere die östlichen Zweigverbände stark behindert in ihren Kontakten zum westlichen Teil. Jedoch gab es allezeit mindestens eine Öffnung, durch die beide Teile sich treffen und gleichzeitig Begegnung mit der ostasiatischen Christenheit stattfinden konnten. Das war die jährliche "Studientagung der Ostasienmission", die in der Georgenkirchstrasse eine Heimstätte fand, mit bis zu 90 Teilnehmern.

Hier trafen sich dann die sog. Ostdeutschen mit den Westdeutschen und den Schweizern, die immer treu Verbindung gehalten haben. Dazu wurden Gäste aus Japan und Korea eingeladen, die sich gerade in der Bundesrepublik oder in der Schweiz aufgehalten haben. Viele von ihnen konnten danach eine Reise durch die Lutherstädte und Gemeinden des Freundeskreises der Ostasienmission machen.

Nach der Vereinigung beider Teile Deutschlands kam es dann nach mehreren Gesprächen auch zu einer Vereinigung der "Ostasienmission" (die in der DDR aktiv gewesen war) und der DOAM (die nur im Westen Deutschlands existierte). Diese Vereinigung manifestierte sich in der Satzung von 1992 und in den Wahlen zum Vorstand im selben Jahr.

Inzwischen war die DOAM weitgehend in die Missionswerke EMS und BMW integriert, ihre früheren Aktivitäten wurden von den Missionswerken übernommen. Weitergeführt als eigene Aufgaben wurden nun vor allem:

1. die jährliche Studientagung (früher Berlin)
2. der Freundeskreis im Bereich der östlichen Landeskirchen
3. ein "Freundesbrief" mit einer vorerst sporadischen Erscheinungsweise

Vorsitzender des Freundeskreises ist Pfr. Christoph Foerster, Berlin

 

Aus der Geschichte des FK

Der „Freundeskreis der DOAM“ existierte bis zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten als „Ostasienmission“. Er hatte in der Zeit der DDR keine juristische Grundlage, aber eine Heimat in Landeskirchen Ostdeutschlands und für die jährliche Studientagung im früheren Missionshaus der Berliner Mission in der Georgenkirchstrasse in Berlin. Er sammelte die alten Freunde der Arbeit in China und Japan, gliederte sich in Zweigverbände (entsprechend den Landeskirchen), hielt Gottesdienste und Vorträge zur Missionsarbeit in Ostasien, lud japanische Christen, bes. Theologen, zu Vorträgen („Grussworten“ genannt) ein und zeigte ihnen vor allem das Leben unter kommunistischer Herrschaft und die Lutherstätten. Die Studientagungen im Herbst jeden Jahres waren ein Höhepunkt, konnten doch bei dieser Gelegenheit viele Freunde aus dem Westen, bes. auch Japaner, später auch Koreaner die Erfahrungen im eigenen Land und die Refelexion darüber in grosser Offenheit weitergeben. Es war für den Freundeskreis ein Atemholen für die Seele, eine Erweiterung des Gesichtsfeldes über das Blockdenken hinaus und eine direkte kontinuierliche Berührung mit ostasiatischer Kultur und Religiosität, wie das an keiner anderen Stelle in der früheren DDR so möglich gewesen war.

Einige der einst - vor dem Krieg - engagiertesten Landesverbände der Ostasienmission waren im Osten Deutschlands beheimatet: der schlesische Landesverband (nach den vorliegenden Unterlagen vielleicht der stärkste überhaupt), der thüringische und der pommersche. 50 Jahre nach dem Krieg war die Zahl ihrer Mitglieder doch sehr zusammengeschmolzen. Dennoch hielt sich ein starker Kern treu zur Sache der Mission, zur Mission in Ostasien. Nach der Vereinigung beider Landesteile kam es dann wie selbstverständlich zu einer Vereinigung von „Ostasienmission“ und Deutscher Ostasienmission“, wobei man sich auf den letzteren Namen einigte. Das Guthaben der „Ostasienmission“ wurde zum Grundstock des „Freundeskreises der DOAM“, der sich bes. der Weiterführung und des Ausbaus der Freundeskreise im Osten Deutschlands widmen wollte. Dem dienen die Studientagungen, die an wechselnden Orten weitergeführt werden, aber auch Gottesdienste, Vorträge und workshops. Dazu dient auch das Symposium 2004 in Weimar.

Bei den Akten des Schlesischen Landesverbandes findet sich eine Geschichte des Landesverbandes, die bis in die Anfänge des AEPM zurückreichen. Es ist wohl der einzige Bericht eines Zweigverbandes, der über einen so langen Zeitraum fasst lückenlos Rechenschaft gibt über das Tun und Lassen auf dieser Ebene. Es ist ein Bericht von den Motiven und vom Engagement der Pfarrer und der Missionsfreunde, wie wir es uns heute sehr wünschen.


Bilder von Studientagungen des Freundeskreises

wurde nach der Wiedervereinigung (1989) und der Vereinigung von DOAM mit der "OAM in der DDR" 1992 gegründet, um die Freundeskreise in den neuen Bundesländern aufzufangen und zu begleiten.
Vorsitzender wurde Pfr. Gundolf Amme, Berlin. Sein Nachfolger wurde 2005 Pfarrer Christoph Foerster, Berlin.


 

INFO-Briefe

 

NACHRUFE

Gundolf Amme
9. Sept. 28 - 27. Jan. 04


Trauerrede G. Krusche
Predigt in Tokyo 2000



 

Barbara Amme
11. Mai 37 - 23. Sept. 04

Trauerrede R. Musold



 

Karl-Heinz Neumann
21. März 1922, Rudolstadt
15. Januar 2006, Koblenz

 

Frohmut Schurig

OAM-Gedenktage

04.06.1884 Gründung des AEPM (OAM) in Weimar

22.10.1945 Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission SOAM

26.02.1948 Gründung der japanischen Stiftung Christliche Oastasien-Mission in Kyoto, Japan

10.12.1952 Gründung der DOAM Deutsche Ostasienmission in Hamburg

1972 Gründung der EMS
Namensänderung zum 1.1.2012:
"Evang. Mission in Solidarität" EMS

1973 Gründung des BMW 

01.05.1980 Gründung der Diakonia-Schwesternschaft in Korea 

1982 Gründung des Tomisaka Christian Center TCC in Tokyo

23.02.1991Vereinigung von OAM-DDR und DOAM in Erfurt

Díe Vorsitzenden

1956 - 1968
Pfr. Erich Kühn

1968 - 1987
Prof. Dr. Ferdinand Hahn

1987 - 1992
Pfr. Hartmut Albruschat

1992 - 2011
Pfr. Paul Schneiss

2011 - 2017
Pfr. Hartmut Albruschat

2017  -  Interim
Pfr. Carsten Rostalsky, Stellv.
Pfr. Rainer Lamotte, Stellv.

2017ff
Lutz Drescher

Geschichte der DOAM

4. Juni 1884 Gründung des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins AEPM

1929 Umbenennung in Ostasienmission

Der AEPM benannte sich 1929 offiziell in "Ostasienmission" oder OAM um. Der Titel hatte schon seit 1921 als Untertitel Verwendung gefunden. Das sollte aber nicht bedeuten, dass der Verein für alle Zeiten sich auf Mission in Ostasien beschränken wollte... Im Jahresbericht von 1911 schreibt Missionar Emil Schroeder zu Kirche und Mission: "Nur die Kirche ist stark, die Mission treibt. Nur dort ist sie wirksam als Macht, wo sie Mission treibt."

1945 Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

1952 Gründung der Deutschen Ostasienmission (DOAM)

1972 Gründung des Evang. Missionswerkes in Südwestdeutschland EMS

1973 Gründung des Berliner Missionswerks BMW

1992 Vereinigung von OAM (im Bereich der ehemaligen DDR) und DOAM (im Bereich der ehemaligen BRD) zur Deutschen Ostasienmission DOAM.

2002 Vereinbarung zu enger Zusammenarbeit von SOAM und DOAM

2007/2008 Satzungsänderung

2009 Neugründung der Stiftung "Christian East Asia Mission" in Kyoto, Japan

Die Geschäftsführer

1968 - 1975
Pfr. Paul Schneiss

1975 - 1978
Pfr. Hiroshi Murakami /
Pfr. Hartmut Albruschat

1978 - 1994
Pfr. Dr. Winfried Glüer

1993 (Sep) - 1996 (Sep)
Pfr. Ingo Feldt (Berlin)

1996 - 2001
Pfrin. Sabine Bauer

2001 - 2016
Lutz Drescher

2016  -  2018
Pfr. Solomon Paul Benjamin

2018 -
Pfr. Georg Meyer

SOAM


SOAM-Homepage

4.Juni 1884
Gründung des AEPM

1929
Umbenennung in Ostasienmission

1945
Trennung des schweizerischen Zweiges und Gründung der Schweizerischen Ostasien-Mission (SOAM)

2002
Vereinbarung zu enger Zusammenrabeit von SOAM und DOAM

2009 Jubiläum der OAM - 125 Jahre
ausgerichtet von der SOAM 

SOAM / HdB
Das Haus der Begegnung (HdB) in Kyoto wurde von Prof. Dr. Werner Kohler gegründet. Es ist eine eigene Sftung nach japanischem Recht.