Peace Train 2013 - K. Raiser: Rolle der dt. Kirchen

Peace Train 2013:  8.10.-29.10.2013 Berlin-Moskau-Irkutsk-Peking-Pyongyang-Pusan

Berlin-Madang am 7. Oktober 2013
Heilandskirche Berlin und Pariser Platz
vor dem Brandenburger Tor

Hier die Berliner Erklärung zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel (Deutsch & English)

 

Die Rolle der deutschen Kirchen und der Beitrag der ökumenischen Gemeinschaft bei den Bemühungen um die Wiedervereinigung Koreas
Konrad Raiser 

ÖRK Generalsekretär von August 1992 bis Dezember 2003

Der Vortrag als pdf-Datei in Deutsch

 

Berlin, September 2013
Vortrag bei Peace-Madang in Berlin am 7. Oktober 2013

Unser Zusammensein heute aus Anlass der Abreise des Peace-Trains von Berlin nach Seoul ist ein wichtiges Ereignis im Vorfeld der 10. Vollversammlung des ÖRK, die am 30. Oktober in Busan eröffnet werden wird. Die durch den Peace-Train hergestellte symbolische Verbindung zwischen Berlin und Seoul verweist auf die besondere Beziehung zwischen Deutschland und den deutschen Kirchen einerseits und Korea und den koreanischen Kirchen andererseits, die sich an den Jahrzehnten der Teilung beider Länder herausgebildet hatte. Wir beschließen diesen Peace-Madang mit einem Gottesdienst am Brandenburger Tor, einem der wichtigen Symbole für die Teilung und die inzwischen wiedergewonnene Einheit Deutschlands. Am Brandenburger Tor fand vor 12 Jahren, am 4. Februar 2001, eine kleine Feier zur Eröffnung der ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt statt. So dient dieser Ort ebenfalls als Hinweis auf den besonderen Beitrag der ökumenischen Gemeinschaft zur Suche nach Frieden und Gerechtigkeit weltweit und besonders zur Bemühung, die Teilung Koreas als Folge des Kalten Krieges endlich zu überwinden.

I
Herr Prof. Lee hat in seinem Vortrag bereits die politischen Hintergründe und die gesellschaftlichen und menschlichen Folgen der Teilung Koreas behandelt. Ich kann mich daher auf die kirchlichen und ökumenischen Initiativen zur Förderung der Einheit Koreas beschränken. Ich beginne mit einem Rückblick auf die besondere Beziehung zwischen den deutschen und den koreanischen Kirchen auf dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Teilung ihrer beiden Länder in einen kommunistisch und einen westlich-kapitalistischen Teil. Die konkrete Situation war freilich sehr unterschiedlich. Trotz aller ideologisch-politischen Gegensätze und Spannungen gab es zwischen den beiden deutschen Staaten und vor allem zwischen den Kirchen immer eine Verbindung. Vor allem rissen die menschlichen Kontakte nie ab und die Kirchen im östlichen Teil Deutschlands konnten ihre Integrität als weitgehend staatsfreier Raum bewahren und so einen wichtigen Beitrag zum Umbruch 1989/90 leisten. Demgegenüber blieb in Korea über Jahrzehnte hinweg eine vollständige Trennung zwischen beiden Landesteilen bestehen; selbst briefliche Kontakte zwischen den auseinander gerissenen Familien waren unmöglich und in der langen Zeit der Militärherrschaft in der Republik Korea wurden alle Versuche der Kontaktaufnahme mit dem nördlichen Landesteil verfolgt und mit harten Strafen belegt. Die vor dem Koreakrieg vor allem im Norden sehr lebendigen Kirchen wurden durch Unterdrückung, Flucht und Vertreibung auf eine verschwindend kleine Gemeinschaft reduziert ohne jeden Einfluss auf das Geschick des Landes.

Die besonderen Beziehungen zwischen den Kirchen in Deutschland und Korea nahmen ihren Ausgang von einem Besuch des damaligen Ratsvorsitzenden der noch ungeteilten Evangelischen Kirche und Deutschland, Bischof Scharf, in der Republik Korea im Oktober 1966. Der Besuch fand statt in der Zeit, als sich die Militärregierung unter General Park Chung-hee etabliert hatte und als eine langsam wachsende Zahl von Koreanern und Koreanerinnen als Bergarbeiter oder als Krankenschwestern in die Bundesrepublik kam. Gleichzeitig kamen koreanische Studierende aus Nordkorea zur Ausbildung in die DDR. Es bildeten sich in der Bundesrepublik allmählich eigene Gemeinden von christlichen Koreanern und sie suchten Anschluss vor allem an die protestantischen Kirchen im Land.

Aus diesem ersten Besuch entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland und den koreanischen Kirchen, bzw. dem Nationalen Kirchenrat in Korea, die mit der ersten deutsch-koreanischen Kirchenkonsultation in Kaiserswerth 1974 ihren Anfang nahm. In der Anfangszeit ging es bei diesen Konsultationen vor allem um die geistliche und kirchliche Anbindung der Gemeinden koreanischer Christen in Deutschland. Seither haben bis zum Jahr 2011 neun dieser Konsultationen stattgefunden, abwechselnd in Deutschland und in Korea. In den 70er und 80er Jahren, vor allem nach dem Militärputsch von General Chun Doo-hwan, richteten sich die Konsultationen immer stärker auf die solidarische Unterstützung der Demokratie- und Menschenrechtsbewegungen in Südkorea. An diesen Bestrebungen waren jedenfalls Teile der koreanischen Kirchen aktiv beteiligt, was zu verstärkter Unterdrückung durch das Regime führte. Seit Mitte der 80er Jahre begann sich in den entsprechenden Kreisen der koreanischen Kirchen die Überzeugung durchzusetzen, dass die gezielte Arbeit an der Überwindung der Teilung Koreas der entscheidende Schlüssel auch für die Demokratisierung im südlichen Teil des Landes sei. Die in Deutschland verfolgte Politik des Wandels durch Annäherung wurde in Korea mit großem Interesse verfolgt und die entsprechenden Erfahrungen der deutschen Kirchen spielten bei den Konsultationen in Berlin (1984) und Seoul (1987) eine gewisse Rolle.

Die 7. Deutsch-koreanische Kirchenkonsultation fand 1993 in Bad Saarow statt. Inzwischen war die Einheit in Deutschland auf staatlicher und kirchlicher Ebene wieder erreicht worden und in Korea hatten 1991 die beiden Präsidenten eine Grundsatzvereinbarung über Versöhnung und Nicht-Aggression erzielt, welche den Beitritt beider Staaten zu den Vereinten Nationen ermöglichte. Damit wurde das Thema der Wiedervereinigung Koreas ausdrücklich ein Gegenstand der Beratungen und der damalige EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Huber, hielt bei der Konsultation einen wichtigen Vortrag über die Erfahrungen im Zusammenhang der deutschen Vereinigung. Die Beratungen in Bad Saarow führten freilich zu der Einsicht, dass eine mögliche Wiedervereinigung Koreas nicht dem deutschen Beispiel folgen könne. Dafür wurde es nun erstmals möglich, Vertreter der christlichen Kirchen in Nordkorea nach Deutschland einzuladen, z.B. zu den Kirchentagen 1995 und 1997 und nach der 8. Kirchenkonsultation in Seoul (2001) konnte im Jahr 2002 erstmals eine deutsche Kirchendelegation Nordkorea besuchen. Die deutschen Kirchen waren auch Gastgeber für zwei Experten-Seminare in Arnoldshain (2004 und 2008) über die Rolle der Kirchen im Prozess der Wiedervereinigung Koreas; an beiden Seminaren konnte der Präsident der Koreanischen Christlichen Föderation, Kang Yung-sup, teilnehmen.

Über die politischen Entwicklungen seit dem historischen Besuch von Präsident Kim Dae-jung in Pjöngjang im Jahr 2000 und der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni mit Präsident Kim Jong-il hat Herr Lee bereits gesprochen, sodass ich mich hier beschränken kann auf den abschließenden Hinweis, dass die deutschen Kirchen sich durch ihre spezialisierten Werke und Einrichtungen intensiv an Hilfeleistungen für die notleidenden Menschen im Norden Koreas beteiligt haben, vor allem nach dem Ende der wirtschaftlichen Unterstützung durch die vormalige Sowjetunion und der verheerenden Flutkatastrophe im Jahr 1995. Die konkrete Zusammenarbeit mit den Kirchen in beiden Teilen Koreas wurde seit den 70er Jahren vor allem durch das EMS (Evangelische Mission in Solidarität) und seine Mitgliedskirchen koordiniert. Dazu gehört besonders auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, in deren Gebiet viele koreanische Gemeinden existieren.

II
Seit Mitte der 80er Jahre waren die Initiativen der deutschen Kirchen und ihrer koreanischen Partner eng mit den entsprechenden Bemühungen in der ökumenischen Gemeinschaft verbunden. Hier kann ich nun auch stärker auf meine eigene Erfahrung zurückgreifen. Schon im Januar 1981 habe ich als Leiter einer ökumenischen Solidaritätsdelegation nach dem Massaker in Kwangju Korea ein erstes Mal besucht. Dem folgten vier weitere Besuche, darunter 1987 in Seoul zur 8. deutsch-koreanischen Kirchenkonsultation, 1995 zur Teilnahme an dem großen Gottesdienst an der Demarkationslinie zum Gedenken an 50 Jahre der Teilung Koreas, und dann 1999 ein erster Besuch eines Generalsekretärs des ÖRK sowohl in Pjöngjang wie in Seoul mit Begegnungen mit dem Präsidenten der Volksversammlung der Demokratischen Volksrepublik Korea, Kim Yong-nam, und mit Präsident Kim Dae-jung. Wichtigstes Thema dieser Gespräche waren die Bemühungen um die Wiedervereinigung Koreas.

Die ökumenische Gemeinschaft hatte seit den 70er Jahren, vor allem im Rahmen des Programms für „Urban-Industrial Mission“ der Christlichen Konferenz von Asien und des Ökumenischen Rates der Kirchen, die Demokratie- und Menschenrechtsbewegung in der Republik Korea unterstützt und aufmerksam die Entwicklung einer eigenständigen kontextuellen Theologie in Korea (Minjung-Theologie) verfolgt. Nach der 6. Vollversammlung des ÖRK in Vancouver 1983 mit ihrer großen Erklärung zu Frieden und Gerechtigkeit, welche die Kirchen zur Mitwirkung bei der friedlichen Beilegung von Konflikten aufforderte, ergriff der ÖRK die Initiative zu einer größeren Konferenz über „Frieden und Gerechtigkeit in Nordost-Asien“ mit einem Schwerpunkt auf der Suche nach Wegen zur friedlichen Lösung des Konflikts in Korea. Die Konferenz, die im Oktober/November 1984 in Tozanso bei Tokio stattfand, brachte Kirchenvertreter und politische Experten aus Korea, Japan, den USA und der UdSSR zusammen, sowie Mitglieder der Kommission des ÖRK für internationale Angelegenheiten aus allen Teilen der Welt. Die für eine umfassende politische Analyse wichtigen Stimmen aus Nordkorea und China fehlten bei dieser Konsultation noch; aber sie waren durch wohlwollende und unterstützende Botschaften vertreten. Auch die Vertreter aus der Republik Korea brauchten damals noch eine ausdrückliche Erlaubnis der Regierung für ihre Teilnahme. Die Konsultation eröffnete den sogenannten „Tozanso-Prozess“, in dessen Verlauf bis 2001 fünf weitere derartige Tagungen stattfanden. Sie empfahl vor allem, Möglichkeiten für Besuche in Nordkorea sowie für den direkten Dialog zwischen Vertretern beider Staaten zu eröffnen und betont die Bedeutung verlässlicher und wahrheitsgetreuer Informationen über die Verhältnisse in beiden Ländern. . Darüber hinaus empfahl sie verstärkte Anstrengungen zur humanitären Hilfe, zum Abbau von Feindbildern, sowie zur Beendigung des Rüstungswettlaufs in der Region.

Als direkte Folge der Konferenz gelang es dem ÖRK im Jahr 1985 zum ersten Mal, eine Delegation von zwei Mitarbeitern nach Pjöngjang zu entsenden. Die dabei hergestellten vertrauensvollen Kontakte zur Koreamischen Christlichen Föderation ebneten den Weg für eine nicht öffentliche erste Zusammenkunft von Kirchenvertretern aus Nord- und Südkorea unter der Schirmherrschaft des ÖRK in Glion am Genfer See 1986. Dieses Seminar über „biblische und theologische Grundlagen des christlichen Eintretens für den Frieden“, in dessen Rahmen es auch zu einer Feier des Abendmahls kam, unterstrich erneut die Notwendigkeit, Gelegenheiten für direkte Begegnungen zwischen Christan aus beiden Teilen Koreas zu schaffen. Die Teilnehmer waren sich bewusst, dass die Teilung Koreas im Zentrum der Spannungen und Konflikte in der ganzen Region Nordost-Asiens stand, und sie bekräftigten ihre Überzeugung, dass Christen und Kirche in beiden Teilen Koreas dazu beitragen könnten, Trennmauern abzubauen und eine neue, gerechte und friedliche Zukunft für eine vereinigtes Korea zu schaffen. Im gleichen Jahr 1986 konnte auch zum ersten Mal eine Delegation des Nationalen Kirchenrates der USA Nordkorea besuchen und die Kirchen in den USA schalteten sich mit einer großen Erklärung über Frieden und Versöhnung in Korea nachdrücklich ein in die Bemühungen zur Überwindung der Teilung Koreas.
Im Jahr 1987 folgte dann ein zweiter Besuch einer Delegation des ÖRK in Nordkorea und danach eine weitere Zusammenkunft ebenfalls in Glion. Ihre Erklärung zu „Frieden und Wiedervereinigung Koreas“ mit sieben Prinzipien und sehr konkreten Empfehlungen wurde dann im Jahr 1989 bei der Sitzung des Zentralausschusses des ÖRK in Moskau in einer Grundsatzerklärung zu Frieden und Wiedervereinigung in Korea aufgenommen. Die Erklärung richtete sich einerseits an die Regierungen in Japan, den USA, der UdSSR, China und der beiden koreanischen Staaten. Sie unterstrich, dass der Prozess der Wiedervereinigung in erster Linie die Sache der Koreaner selbst sein müsse und dass die Regierungen der Großmächte sich der Einmischung und Beeinflussung enthalten sollten. Sie berief sich auf die Grundsatzerklärung von 1972 zwischen den Regierungen der beiden koreanischen Staaten zu den Fragen von „Unabhängigkeit, friedlicher Vereinigung und umfassender nationaler Einheit“ und forderte die betroffenen anderen Staaten auf, die Wiedervereinigung Koreas als eine Frage nationaler, politischer Priorität zu behandeln. Sie forderte vor allem die USA und die UdSSR zum Abbau ihrer militärischen Präsenz und Zusammenarbeit mit Nord- bzw. Süd-Korea auf und forderte den Rückzug aller atomaren Waffen. Sie unterstützte die bei der vorangegangenen Zusammenkunft in Glion von den Kirchenvertretern aus Nord- und Süd-Korea erklärte Absicht, das Jahr 1995 im Gedenken an die Befreiung Koreas aus japanischer Kolonialherrschaft als ein „Jubeljahr (Year of Jubilee) für die Vereinigung“ zu begehen. Sie forderte alle Mitgliedskirchen des ÖRK dazu auf, die koreanischen Kirchen dadurch zu unterstützen, dass sie in den folgenden Jahren den 15. August jedes Jahres zum gemeinsamen Gebetstag für die Vereinigung Koreas erklären.
Es folgte 1990 eine nochmalige Zusammenkunft in Glion mit konkreten Planungen für das „Jubeljahr“ 1995. Die Einigung der Präsidenten der beiden koreanischen Staaten 1991 über die Erklärung zur „Versöhnung und Nicht-Aggression“ nährte die Hoffnung, dass vielleicht 1995 der entscheidende Durchbruch gelingen könnte, jedenfalls in Form eines gemeinsamen Gottesdienstes von Christen aus Nord und Süd an der Demarkationslinie. Der Tod von Präsident Kim Il-sung 1994 und die Flutkatastrophe in Nordkorea schufen freilich neue Hindernisse. Zwar konnte 1995 die 4. Tozanso-Konferenz zu Frieden und Gerechtigkeit in Nordost-Asien stattfinden. Aber die Pläne für den großen, gemeinsamen Gottesdienst scheiterten am Widerstand beider Regierungen. Was übrig blieb, war der Gottesdienst, an dem ich selber teilgenommen hatte. Er konnte jedoch nicht wie ursprünglich geplant in Panmunjeom und auch nur mit Christen und Kirchenvertretern aus Südkorea stattfinden. Die Beteiligung war zudem ziemlich begrenzt und zeigte bereits die inneren Widersprüche unter den Kirchen in Südkorea in der Frage der Wiedervereinigung.

III
Nach der Wahl von Kim Dae-jung zum Präsidenten der Republik Korea im Jahr 1997 und der von ihm verkündeten „Sonnenschein-Politik“ der Aussöhnung mit Nord-Korea kam es im Jahr 2000 zum ersten Besuch eines Südkoreanischen Staatspräsidenten in Pjöngjang. Kim Dae-jung hatte die Prozesse der deutschen Vereinigung sehr genau studiert und war überzeugt, dass die Wiedervereinigung Koreas nicht wie in Deutschland durch Beitritt und Eingliederung der DPRK in die Republik Korea geschehen könne. Vielmehr werde es ein längerer Prozess sein, der mit der Herstellung einer lockeren Kon-Föderation beginnen könnte. In den folgenden Jahren kam es zu gewissen Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten und auch eine Eisenbahnverbindung wurde wieder hergestellt. Kim Dae-jung‘s Nachfolger Roh Moo-hyun führte diese Politik fort und reiste 2007 zu einem weiteren Staatsbesuch nach Pjöngjang. Aber dann begannen sich die politischen Fronten auf beiden Seiten wieder zu verhärten und die Perspektive einer möglichen Vereinigung Koreas rückte wieder in weitere Ferne.
Auf kirchlich-ökumenischer Seite ist 2006 das „Ökumenische Forum für Frieden, Wiedervereinigung und Entwicklungszusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel“ gebildet worden. In diesem Rahmen arbeiten die Kirchen in den beiden koreanischen Teilstaaten mit ökumenischen Partnern, auch aus Deutschland, und den koordinierenden ökumenischen Organisationen wie dem ÖRK und der CCA zusammen bei den Bemühungen um Frieden und Versöhnung. Das Forum hat sich in den letzten Jahren vor allem auf die Förderung und Koordinierung von Hilfsleistungen für Nordkorea konzentriert und dient als Rahmen für regelmäßige Begegnungen mit Vertretern der Kirchen im Norden. Auch im Zusammenhang der Vorbereitung der Vollversammlung des ÖRK und Planungen für den Peace-Train hat das Forum wichtige Vermittlerdienste geleistet.

Unter der Vielzahl der koreanischen Kirchen hat das Ziel der Wiedervereinigung freilich nicht mehr den gleichen Stellenwert wie in den frühen 90er Jahren. Die Berufung auf die traditionelle Einheit des koreanischen „Volkes“ und die menschlichen Verbindungen werden schwächer, vor allem für die jüngere Generation im Süden. Die stark evangelikal bestimmten Kirchen sind nach wie vor von der Haltung der Abgrenzung vom kommunistischen Norden geprägt. Das Projekt Wiedervereinigung war ursprünglich entstanden in den ökumenisch ausgerichteten Kirchen und christlichen Gruppierungen im Zusammenhang mit dem Kampf um Demokratisierung in Südkorea. Inzwischen ist das Land eine anerkannte Demokratie und hat einen eindrucksvollen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt an dem auch die Kirchen partizipieren. Koreanische Missionsarbeit in allen Teilen der Welt als Ausdruck des neuen Selbstbewusstseins hat für viele der Kirchen eine höhere Priorität als das Ziel der Wiedervereinigung.

Auch die Einladung der vier Mitgliedskirchen und des Nationalen Kirchenrates an den ÖRK, seine 10. Vollversammlung in Korea abzuhalten, war und ist nach wie vor unter den koreanischen Kirchen nicht unumstritten. Nach dem Willen der Gastgeber soll die Vollversammlung mit ihrem Thema „Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“ soll die jahrzehntelangen Bemühungen um Frieden und Wiedervereinigung wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken. Dies soll während der Vollversammlung unterstrichen werden durch eine „Ökumenische Pilgerfahrt für Frieden und Wiedervereinigung“, bei der Delegierte und Teilnehmer der Vollversammlung an dem Wochenende in der Mitte des Programms für eine Friedensversammlung nach Seoul reisen, um dort zusammen mit den koreanischen Kirchen und Gemeinden ein öffentliches Zeugnis für Frieden und Versöhnung abzulegen. Angesichts der politischen Spannungen und Ungewissheiten zwischen den beiden Ländern kann ein solches Zeugnis der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft ein gewichtiges Zeichen der Solidarität in den Bemühungen um die Wiedervereinigung Koreas sein.

 

 

 

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