2012: In Memoriam: JI Wong-Yong

Lutherische Kirche in Korea LKK (LCK)

31. Dezember 2012 - Gründer der LCK (Lutheran Church in Korea) gestorben

Prof. Dr. JI Wong-Yong, 19.07.1924 - 31.12.2012

Nachricht von Dr. Malte Rhinow
Luther University Yongin, email: rhinow@ltu.ac.kr
02.01.2013 

Sehr geehrte Korea-Interessiert,
Liebe Bekannte und Freunde,

soeben bekam ich Nachricht, dass der Gründer der Lutherischen Kirche in Korea (LCK), Prof. Dr. Wong-Yong Ji am 31. Dezember im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

Dr. Ji hatte Anfang 2007 einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht mehr richtig erholen konnte. Insbesondere war sein Gedächtnis in Leidenschaft gezogen worden. Seitdem erinnerte er sich nur noch an die Zeit vor 2007, so dass er seinen bis dahin von den USA aus wahrgenommenen Einfluss auf die LCK, nicht mehr weiter ausüben konnte.

Obwohl der erste protestantische Missionar, der koreanischen Boden betrat ein Lutheraner war – der Deutsche China-Missionar Karl August Gützlaff (1832) – begann die lutherische Mission in Korea erst sehr spät. Auf Anregung von Dr. Ji während seines Promotionsstudiums in den USA hatte die Lutheran Church-Missouri Synod (LCMS) 1958 die lutherische Mission in Korea begonnen. Die ersten drei Missionare waren offiziell als Militärpfarrer für die in Suedkorea stationierten amerikanischen Soldaten ausgesandt worden, gründeten jedoch nebenher die lutherische Mission in Korea. Diese widmete sich zunächst vor allem der Unterstützung der Mission der bereits bestehenden protestantischen Kirchen in Suedkorea. Man gründete einen christlichen Verlag (Concordia Sa), begann christliche Radioprogramme für den koreanischen CBS zu produzieren (Lutheran Hour Korea), führte Bibelseminare durch (Bethel Bibel Seminare) und bot ehrenamtlichen Mitarbeitern theologische Fortbildung in Form von Korrespondenz-Kursen an, einer Art Fernstudium.

Erstes Lutherisches Abendmahl (mit Pfr. JI)1959 wurde die erste lutherische Gemeinde in Korea gegründet, 1971 die Lutherische Kirche in Korea. Diese gehörte von Anfang an zum vom LCMS gegründeten International Lutheran Council und ab 1972 ebenfalls zum Lutherischen Weltbund. Erst Anfang 2012 trat die LCK auch dem Nationalen Kirchenrat in Korea bei. Heute hat die LCK 50 Gemeinden und ca. 5000 Mitglieder.

Dr. Ji wurde am 19. Juli 1924 in der nordkoreanischen Provinz Nord Pyeongan geboren. 1947 graduierte er vom Jeoseon Theologischen Seminar (spätere Hanshin University) 1948 bis 1950 studierte er am San Jose Bible College in San Jose in Kalifornien, und graduierte 1952 vom Concordia Theological Seminary in St. Louis. Nach weiteren Studienjahren in den USA und Deutschland (1955-56 Universität Heidelberg) promovierte er 1957 an Concordia Seminary in Theologie. Nach seiner Ordination war er zweiter Pfarrer an der Jehovah Evangelical Lutheran Church in Saint Paul. Nach seiner Rückkehr nach Korea im Jahre 1958 arbeitete er für die lutherische Mission als Leiter von Lutheran Hour, sowie als Gastdozent an der Hanshin University, am Methodist Theological Seminary in Seoul und an der Yonsei University. Nach der Gründung des Lutherischen Theologischen Seminars in Korea (der heutigen Luther University), wurde er dessen erster Rektor (1965 bis 1968). 1968 wurde er zum Asien-Direktor des Lutherischen Weltbundes in Genf ernannt (bis 1975), wo er sich für den Beitritt der LCK zum Lutherischen Weltbund (1972) einsetzte. 1975 bis 1978 arbeitete er für das Missionswerk der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern (heute: Mission EineWelt), seit 1977 als Sonderberater des Direktors (Hort Becker), wo er u.a. die Idee des Summer School entwickelte. 1978 erhielt er eine Professur des Concordia Seminary in Saint Louis, die er bis zu seiner Emeritierung 1997 innehatte.

Die Immanuel-Gemeinde, 1959Dr. Ji hat viele Artikel und Bücher verfasst, darunter auch den Aufsatzband "Meines Bruders Hüter" (Verlag der Evangelisch-Lutherischen Mission, Erlangen 1979), eine kurze Geschichte der Lutherischen Kirche in Korea "A History of Lutheranism in Korea" (Concordia Sa, Seoul 1988) und seine Autobiographie "By the Grace of God I am what I am" (Lutheran Heritage Foundation, Michigan 2004).

Nachdem ich seit dem Beginn meiner Tätigkeit für die LCK von 2000 bis 2002 zunächst eingehend geprüft worden war, äußerte Dr. Ji bei einem Besuch des damaligen PPO-Referenten Gernot Fugmann im März 2002 vor der versammelten Führung der Luther University und LCK: "Pfarrer Rhinow sollte von nun an mehr Verantwortung übernehmen". Damit gab er grünes Licht für meinen Dienst. Wenig später wurde ich vom damaligen Kirchenpräsidenten Hong-Yeol Lee mit der Gründung und Leitung eines Gemeindeaufbauinstitutes beauftragt (2002-2005), bevor ich 2005 an die Luther University berufen wurde.

Die Lutherische Kirche in Korea trauert um ihren Gründer.

Kondolenzadressen: LCK Church President Dr. Hyun-Sub Um (lck0001@chol.com)

LTU President Dr. Hae-Chul Kim (khc@ltu.ac.kr)

Ihr/Euer Malte Rhinow

 

 

 

 

 



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