Wechsel auf dem Direktorenposten im BMW
Dr. Christof Theilemann ist Ende April 2025 in den Ruhestand getreten. Zuvor hat er einige Jahre zunächst als stellvertretender Direktor, später sechs Jahre lang als Direktor die Geschicke des Berliner Missionswerkes mit viel Umsicht geleitet. Dr. Theilemann ist am 23. März feierlich in der Französischen Friedrichstadtkirche in Gegenwart von ca. 200 Gästen offiziell verabschiedet worden.

Christof Theilemann während der Entpflichtung durch Bischof Stäblein

Der erweiterte DOAM-Vorstand mit Ulrich Schöntube (2.v.r.)
Nachfolger auf dem Direktorenposten des BMW ist Dr. Ulrich Schöntube (51), der von 2007-2014 bereits Direktor der Gossner Mission war und auf diese Weise ein ausgewiesener Kenner der Ökumene und internationalen Partnerschaftsarbeit ist.
C. Rostalsky
Trauer um Dekan i.R. Gotthilf Baumann
Wir blicken voller Dankbarkeit auf das erfüllte Leben von Gotthilf Baumann, der im Alter von 87 Jahren von Gott abberufen wurde. Der Weg des gelernten Schneiders mit Meisterbrief führte über den 2. Bildungsweg zum Studium der Theologie und dann ins Pfarramt. Von 1994 - 2002 leitete Baumann als Dekan den Kirchenbezirk Balingen. Im Vorstand der DOAM war er von 2005 – 2011 mit seinem Organisationstalent eine große Bereicherung. Zuvor war er von 1987 an 14 Jahre lang Vorsitzender des Arbeitskreises Ostasien in der WAW (Württ. Arbeitsgemeinschaft für Weltmission).

Gotthilf Baumann starb am 2. Juli 2025. Er wurde in Balingen unter Gottes Wort zur letzten Ruhestätte geleitet. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Angehörigen.
CR
Neue internationale Mitarbeitende der EMS
Am 11. April wurden zwei sogenannte „Regional Support Officer“ (RSO) und zwei „Programme Support Officer“ (PSO) - jeweils aus einer der Mitgliedskirchen der EMS - sowie einige neue Mitarbeiter:innen in der Geschäftsstelle in einem Gottesdienst in Stuttgart in ihr neues Amt eingeführt. Unter ihnen ist auch die junge koreanische Theologin HUH Son-Young von der Presbyterianischen Kirche in Korea (PCK).


Sie arbeitet mit einem von der PCK finanzierten 50%-Auftrag von Südkorea aus und ist mit den anderen 50% im dortigen Ökumenereferat der PCK tätig. Die RSO und PSO sollen die Arbeit vor Ort in den jeweiligen EMS-Mitgliedskirchen unterstützen und für eine reibungslose Kommunikation sorgen. Somit fungieren sie als Brückenbauer:innen innerhalb der internationalen EMS-Gemeinschaft.
CHR
Kurzmitteilungen
• Am 11. März verstarb in Japan ISHIKAWA Kazuo, der aus einem diskriminierten Wohngebiet („Buraku“) stammte und über 50 Jahre unschuldig im Gefängnis saß („Sayama Case“). Jedes Jahr fand und findet in Tokyo eine Demonstration mit Beteiligung aus dem ganzen Land statt, gegen die über ihn verhängte Todesstrafe, für seine Freilassung und schließlich seine Rehabilitierung. Es ist der bekannteste Fall von Burakudiskriminierung in Japan und gleichzeitig ein zentrales Symbol für den Befreiungskampf geworden.
• Am 6.6.2025 fand der zweite Korea Peace Day statt, diesmal in Paju (vgl. DOAM-Infobrief 2024-3). Hier ein Video: youtube.com/
watch?v=8gHqaX6M4w8
Es wurde auch ein „2025 Korean People's Peace Statement“ verabschiedet (siehe doam.org).

• Das Tomisaka Christian Center (TCC) in Tokyo hat einen neuen Generalsekretär, Pfr. MIMURA Osamu. 2024 hatte der vorherige, Pfr. OKADA Hitoshi, an die Universität gewechselt. Wir gratulieren und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. Er wird sich im nächsten Infobrief vorstellen.
Korea Peace Day 2025
Am 6. Juni 2025 fand der zweite Korea Peace Day statt in Paju. Vorher gab es mehrtägige Friedensreisen zu Land und zu Wasser. Im veröffentlichten Statement gibt es Forderungen an die Regierungen und die Zivilgesellschaft. Auch ein Video wurde veröffentlicht.
Meditation

ecce homo
tränen und trauer
sanftmut und schmerz
zweifel und zerbrochenes
hoffnung auf heilung
trotz der narben
denn da beginnt
etwas neues
in jedem ereignis unseres lebens
ist das unglück schon immer da
so auch hier
aber auch die pracht und der glanz
die das schreckliche
lindern
den finger
in die wunde legen
heilen und berühren
da wo es weh tut
der schmerz mag irgendwann
überwindbar sein
aber es bleiben zurück
die narben unseres lebens
auf der haut
auf der seele
passionszeit
ist bedenkzeit
der
der alles trägt
und alles erträgt
wird hier gehalten
nicht auszuhalten
in diesem finsteren moment
wo die tiefe der nacht
und die schatten
alles zu verschlucken drohen
ein licht mahnt
ein fingerzeig von irgendwo
und lässt uns dieses unendliche leid
nicht vergessen
denn
die dunkelheit
hat nicht das letzte wort
der himmel wird geerdet
und die erde gehimmelt
macht und ohnmacht
unten und oben
wechseln die seiten
auf den schoß
aus dem dieses leben kam
kehrt
der erwachsene leblose körper
zurück
maria
hält den
geschundenen leib
geradezu zärtlich
in ihren händen
ihr antlitz
voller trauer
wie ein stummer schrei
herzzerreißend
mutter und sohn
stirn an stirn
eng vertraut
so als könnten sie noch immer
gedanken und wünsche
austauschen
jesu arme
überlang
ausgebreitet
auch jetzt noch
in dieser geste
lädt der gekreuzigte ein
uns
die wir davorstehen
kommt her zu mir
alle
die ihr mühselig
und beladen seid
ich will euch erquicken
ecce homo
Carsten Rostalsky
„Jedes Leben ist wertvoll. Argumente gegen den Krieg“
Unter diesem Thema fand auf Einladung des National Christian Council in Japan (NCCJ) vom 14.-18.9.2024 in Tokyo die Deutsch-Japanisch-Schweizerische Kirchenkonsultation statt. Mit Delegierten von EKD, EMW und der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz nahm auch Miriam Hechler als Vertreterin der DOAM teil. Sie schreibt:
In einem unvollständigen Streifzug blicke ich zurück auf die Tage des Austausches und der Begegnung.
Nachdem Rev. OSHIMA Kaori uns in der Geschäftsstelle des NCCJ begrüßt und durch die Ausstellung zur Geschichte der japanischen Kirche geführt hatte, führte uns Prof. KIKUCHI Junko am nächsten Tag durch Tokyo mit der Besichtigung der Außenanlagen des kaiserlichen Palasts sowie des Museums zur Kriegsgeschichte am Yasukuni-Schrein. Die zahlreichen Fotowände mit Lebensdaten der Gefallenen waren für mich sehr eindrücklich, zeigen sie doch, dass sich hinter den nüchternen Zahlen von Toten stets konkrete Gesichter und ihre Lebensgeschichten verbergen.
Unsere christliche Verbundenheit fand ihren Ausdruck insbesondere in der Teilnahme an den Sonntags- gottesdiensten in verschiedenen Kirchengemeinden vor Ort sowie in den anschließenden Gesprächen.
In verschiedenen Vorträgen gingen wir in den folgenden Tagen Argumenten gegen den Krieg aus theologischer Sicht nach, diskutierten aber auch über den globalen Nord-Süd-Konflikt sowie über die Chancen und Grenzen von Schuldbekenntnissen und über die Abkehr vom Krieg. Ein besonderer Akzent waren die Reaktionen auf diese Beiträge von zwei Jugendlichen sowie das Teilhaben an persönlichen Erfahrungen durch einen Rap-Workshop. Am letzten Tag feierten wir einen Abendmahls-Gottesdienst und gingen gesegnet wieder auseinander.

Ich bin dankbar für die umsichtige Planung und auch das kreative Geschick des Organisationsteams, das diese Tagung erst ermöglicht hat. Zwei Dolmetscher übersetzten, so dass ein vertiefter Austausch stattfinden konnte. Neben den vielen bereichernden Programmpunkten waren es die Gespräche und Begegnungen, die mir am eindrücklichsten blieben. Es ist Verbundenheit gewachsen, und ich bin mir sicher, dass auch diese ein wertvoller Beitrag zum Frieden ist.
Miriam Hechler































