Interreligiöses Gebet in Kamakura, Japan (deutsch)

am  11. April 2011, einen Monat danach

-  Budhisten, Shintoisten und Christen beten gemeinsam   -

Fotos und 4 Gebete  
> hier  die Gebete als pdf-Datei

 

Trauerfeier für die Opfer der Katastrophe von Fukushima

11. April 2011

Seit dem Erdbeben in Fukushima am 11. März ist bis heute genau ein Monat vergangen. Im Tsuruoka-Hachiman-Schrein in Kamakura wurde in der Zeremonienhalle eine interreligiöse Trauerfeier durchgeführt. Vertreter des Shinto-Schreins, des buddhistischen Tempels sowie der christlichen Kirchen haben sich im Gebet vereinigt und um den Frieden der Katastrophenopfer und eine möglichst rasche Rückkehr zum normalen Leben gebetet.

Von den Kirchen haben sich Pfarrer der katholischen Kirche, der Anglikanischen Kirche und des Kyodan beteiligt. In Kamakura gibt es bereits seit 30 Jahren ein sog. âbürgerliches Weihnachtenâ, das durch die Zusammenarbeit von protestantischen und katholischen Gemeinden getragen wird. Im vorletzten Jahr wurde erstmals ein Heilungsgebet eingeführt, zu dem es sehr viel Zustimmung gegeben hat. Im vergangenen Jahr haben wir dann gemerkt, dass viele Menschen eine Sehnsucht nach Heilung haben. Darum sollte auch bei diesem Gebet für Fukushima möglichst vielen Menschen Trost vermittelt und durch das gemeinsame beten Kraft geschenkt werden.

Das Gebet bestand aus einem shintoistischen âNoritoâ, eine buddhistische Sutrarezitation und christlichen Gebeten. In den protestantischen Gebeten gedachte man vor allem der Verstorbenen, der Überlebenden und des Wiederaufbaus.

Nach der Trauerfeier begab man sich in einer langen Prozession auf der Wakamia-Allee zum Strand, wobei die katholischen Nonnen Spenden für Fukushima einsammelten. AM Strand wurde dann von Jesuitenmönchen das âGebet der Segnung des Meeresâ gesprochen.  Während der folgenden Sutrenrezitation konnte jeder Teilnehmer Weihrauchstäbchen abbrennen.  (nach ARAI Jin)

 

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Herr, unser Gott, der du Himmel und Erde und alles, was darauf lebt, gemacht hast!

Schon ein Monat ist vergangen seit der dreifachen Katastrophe in Ostjapan am 11. März. Der Tsunami nach dem Beben hat die Städte der Menschen verschlungen und ihren Alltag zerstört. Viel zu viele kostbare Leben gingen verloren. Tief ist unsere Trauer und unser Schmerz. Die Zahl der Toten von über 10,000 schockiert und beängstigt zugleich. Hinter dieser Zahl stehen nicht zuletzt Menschenleben, von denen jedes einzelne zu jenem Zeitpunkt sehr plötzlich beendet wurde.

Unter den Toten waren Menschen, die bereits lange gelebt und hart gearbeitet hatten. Menschen, die ihren Lebensabend in Ruhe verbringen wollten. Viele Menschen waren zu alt, um noch vor dem Tsunami flüchten zu können und wurden von ihm mitgerissen.

Manche waren gerade mitten in der Arbeit. In der zweiten Hälfte des Arbeitstages freuten sie sich vielleicht schon auf den Feierabend und die gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie.

Andere waren voller Liebe mit der Erziehung von Kindern beschäftigt. In Erwartung der Fortschritte der Kleinen stellten sie sich auf den Abend ein.

Da waren sicher auch Menschen, die kurz davor standen, in eine neue Schule, an einen neuen Arbeitsplatz oder Wohnort zu wechseln und von zukünftigen Aktivitäten und einem sinnvollen Leben träumten.

Die Kinder freuten sich auf die Frühjahrsferien, das Spiel mit Freunden und trafen Vorbereitungen für das neue Schuljahr.

Kindergartenkinder freuten sich auf die Einschulung. Unter ihnen waren auch Zweijährige, die gerade begonnen hatten, erste Worte zu sprechen. Und es gab Ungeborene, die in Kürze das Licht der Welt erblicken sollten.

Und darüber hinaus viele weitere Menschenleben und Alltage, die mit Worten nicht auszusprechen sind. Jedes einzelne von ihnen wurde durch das Beben oder den Tsunami genommen. Und wie sehr mögen sie sich geängstigt haben, als ihr letzter Augenblick gekommen war. Wenn wir uns vorstellen, in welcher Angst, welchem Leiden sie angesichts des nie zuvor erfahrenen Bebens der Erde und der heranrollenden Welle ihr Ende erfuhren, dann gibt uns das einen Stich ins Herz.

Möge Gott, der das Stöhnen jeder einzelnen Seele gehört hat, ihnen im Himmel ewige Ruhe geben! Und wir bitten von Herzen, daß Gott es auch den auseinandergerissenen Familien und Freunden erlauben möge, daß sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und des Wiedersehens freuen können.

Es gibt noch immer viele Vermißte. Einige von ihnen haben vielen Menschen geholfen, den Weg zu sicheren Fluchtplätzen zu finden. Möge ein Wiedersehen, sofern sie noch am Leben sind, mit ihnen möglich werden! Wir bitten auch von Herzen um Kraft für die, die Tag und Nacht unter den Trümmern und im Meer nach Überlebenden suchen.

Gott im Himmel, du bist an allen Orten der Welt. âFühre ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da.â (Psalm 139:8) Und auch am Grunde des Meeres bist du. Sei du jetzt bei allen Opfern! Nimm jede/n Einzelne/n in deine Arme, schreib dir ihre Namen ins Herz und gib ihnen ewiges Leben!
Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi, Amen.

(Übersetzung: Mira Sonntag)  

 

Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus!

Unzählige Menschen, die durch das schreckliche Erdbeben und den Tsunami alles verloren haben, sind voller Klage, Trauer und Verzweiflung. Mehr als 150.000 Menschen leben immer noch in Notunterkünften.
In wenigen Augenblicken wurde ihnen ihr Heim genommen, verloren sie geliebte Menschen. Mütter fühlen sich schuldig für den Tod ihrer Kinder, brechen zusammen, schluchzend, daß sie anstelle der Kinder hätten sterben wollen. Kleine Kinder suchen noch immer nach ihren Eltern. Sie haben nicht nur Zuhause oder Arbeit, sondern ihre Familie verloren und sind nun ganz allein auf der Welt.
Was kann es Grausameres oder Schrecklicheres geben? Rundherum nichts als Dunkelheit.
Aber es gibt auch die, deren Leben durch andere gerettet wurde. Die, denen mit Nachdruck gesagt wurde: âDu sollst leben!â Und die, die für geliebte Menschen âmitâleben müssen.
Wir wissen, daß unser Herr, Gott, der Alleinige, Verzweiflung nicht in Verzweiflung und Trauer nicht in Trauer enden läßt.
Du besiegst selbst den Tod! Das hast du uns durch das Leben am Kreuz deines eingeborenen Sohnes Jesus Christus gezeigt.
Vor langer Zeit hast du mit Jesaja zu uns gesprochen: âUnd was vom Hause Juda's errettet und übriggeblieben ist, wird fürder unter sich wurzeln und über sich Frucht tragen.â (2. Könige, 19:30) Deshalb glauben wir auch heute daran, daß du denen, die aus Verzweiflung und Dunkel heraustreten müssen, durch die in deinem Sohn Jesus Christus bezeugte Liebe und Hoffnung, wahren Mut und Licht geben wirst.
Um zu leben, müssen wir essen. Wir brauchen ein Dach über dem Kopf und Proviant. Aber damit der Mensch wirklich wieder auf die Beine kommt, braucht er das Mitgefühl und das Gebet anderer Menschen.
Manchmal versuchen Menschen, ihre Tränen der Rührung nach einem Wort der Ermunterung schnell fort zu wischen. Das Gefühl, das beim anderen ankommt, zeigt uns die Warmherzigkeit des Menschen. Wo jemand schweigend anpackt, um einem anderen zu helfen, da lernen wir das kostbare Band kennen, das Mensch und Mensch verbindet.
âFreut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.â(Römer 12:15) Alle Menschen leben davon, daß jemand an sie denkt.
Angefangen beim Störfall im AKW, sind wir Menschen mit Sicherheit an anderen Menschen schuldig geworden. Dennoch wollen wir aufhören, andere zu bedrängen und âdie Schuldigenâ zu suchen.
Denn Gott will nicht, daß wir andere in die Enge treiben. Und es gibt Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens
unabläßlich daran arbeiten, den Störfall unter Kontrolle zu bringen.
Was wir jetzt wohl wirklich tun müssen, ist, wie zu allen Zeiten, im Vertrauen auf Gottes unendliche Liebe und Güte âuns mit den Fröhlichen zu freuen und mit den Weinenden zu weinenâ und so den Menschen unser Mitgefühl zu zeigen. Wir bitten durch unseren Herrn: âVerwende uns zu diesem Zweck!â

(Gebet aus der Kamakura-Onchô-Kirche; Übersetzung: Mira Sonntag)

 

我らの主、イエス、キリストの父なる神様

恐ろしい地震と津波によって、全てを失いました

多くの者が、嘆きと悲しみと絶望の中にいます。

実に15万人以上の人たちが、避難生活をしています。

住んでいた所を一瞬で奪われ、愛する者を失いました。母親は子どもの亡がらにあやまりながら、自分が代わりなるべきだったと泣き崩れます。幼い子どもたちが、未だに両親を探し求めています。住む所や仕事を失っただけでなく、家族を失ってたった独りになったのです。

こんなに残酷で、恐ろしいことはありません。全ては暗闇です。

しかし、誰かに助けられた命があります。誰かに生きろと確かに伝えられた命があります。愛する者の分も生きなければならない命があります。

私たちは知っています。我々の主である唯一真の神は、絶望を絶望だけに、悲しみを悲しみだけに、決して終わらせる方ではないということを。

あなたは死にさえ打ち勝たられる方です。そのことを、あなたのたった一人の御子イエス、キリストの十字架の命を通して示して下さいました。

かつてあなたは、イザヤを通して「残った者たちは、再び根を下ろし、上には実を結ぶ」と語って下さいました。だから、今私たちは、あなたが示して下さった御子イエス、キリストの愛と希望を通して、絶望という暗闇の中を歩み出さねばならない人に、あなたが、本当の勇気と光を与えて下さると信じます。

生きるためには、食べるものが必要です。住む所、物資も必要です。お金も必要です。でも、人が本当に再び立ち上がるためには、人の思いと祈りが必要です。

誰かの励ましの言葉に、涙を拭おうとする人がいます。届けられた気持ちに、人の温かさを知らされます。誰かのために黙って手を貸してくれる人に、人と人との尊いつながりを教えられます。

「喜ぶ人と共に喜び、泣く人と共に泣く」; 人は誰でも、誰かのその思いに生かされ、生きています。

原発事故を始め、私たち人間は確かに過ちを犯したのかもしれない。しかし、今は誰かを責めたり、誰かのせいにしたりするのをやめようではないか。

神はあなたが誰か責めることを望んではおられないし、自らの命を省みず、ただただ事体の終結のために働いている人たちがいるのだから。

私たちが今、本当にしなければならないことは、どんな時においても、神の無限の愛と慈しみを信じて、

「喜ぶ人と共に喜び、泣く人と共に泣く」こと、誰かにその思いを伝えていくことだと信じます。どうかそのために、私たちを用いてくださいますように。

主において祈ります。

 

 

2011年4月11日

海 の 祝 福

すべての創造主である神よ、あなたの創造のみわざに心から感謝し、賛美します。天地創造の初めにあたり、地と水を分けられ、大地と海をともに祝福してくださいました。この海は多くの生命の源となり、水によって大地を潤し、植物を豊かに実らせ、多くの動物と人間を養ってくださいました。あなたの憐れみ深い創造のみわざによって、私たちは今まで生かされてきました。今までの数々の恵みに心から感謝し、主を賛美します。

全能の父なる神よ、今日もまた、あなたが造られたこの海を祝福してください。大津波によって、多くのいのちを奪った海が再びこのような大災害を起こしませんように。主イエス・キリストがかつて嵐の海を鎮められたように、今、主イエスのみ名によって、この海をも鎮めてください。

大津波に飲み込まれてこの世を去った多くの霊魂をあなたの国に迎え入れてください。亡くなられたすべての霊魂が天国で永遠の安らぎを味わうことができますように。

そして、主よ、現在でも原発の事故によって、生命の源である海を汚染し続けている人間の罪をおゆるしください。私たち人間が回心することによって、海を含めた大自然を汚すことなく、自然と和解していくことができますように。自然と共生する道を、どうか主よ、私たち人間に示してください。

創造主である神よ、あなたの祝福を今日、新たにしてください。この海、海に住むすべての生き物、海にかかわるすべての人間を祝福し、導いてください。

全能の神、父と子と聖霊の祝福がこの海の上にありますように。アーメン。

英 隆一朗

Fukushima-Solidarität

Am 11. März 6:46 Uhr jährt sich Erdbeben & Tsunami in Fukushima. Weltweites Gedenken.
kind02 200

>Prozess gegen die Her-steller des AKW Fukushima<
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